2. Kap.) Philipp ll. von Spanien und Ma. 63
zu groß, als daß Requesens hätte durch gütliches Zureden zum Zielekommen können.
Requesens besiegte die Geusen(1574) aufderMookerhaide,und belagerte Leyde». Da durchstachen auf Wilhelm'« von OranienRath die Lcydner die Dämme und die Meereswogen schwemmten dieSpanier hinweg. Zum Dank für diese tapfere Vertheidigung erhieltLepden eine Universität, deren Stistungsbries aber noch im Namen Phi-lipp's II. ausgefertigt wurde. Jedoch war das Kriegsglück so gegen dieGeusen, daß Oranien den Vorschlag machte, sich unter den Schutz einerandern Macht zu stellen. Allein England sowohl, als Frankreich verwei-gerten die Annahme des angebotenen Protectorats über die nördlichenProvinzen. Zum Glück für die Niederlande starb der edle RequesensPlötzlich und die Uneinigkeit der spanischen Staatsräthe hemmte die Un-ternehmungen gegen die Geusen. Bald mangelte es auch den Spaniernan Geld, und ihre Truppen durchzogen plündernd, sengend und mordenddas Land. Besonders arg hausten sie in Maastrich und Antwerpen. DieseGreuel brachten die Verbindung von Gent zu Stande <1576), wo alleProvinzen sich unter einander friedlich einigten und als Niederländer han-delten. Sie forderten die Rückberufung der spanischen Truppen und dieHerstellung aller ihrer Privilegien, und verpflichteten sich, die ersterennöthigensalls mit Gewalt zu vertreiben und die Strafgesetze gegen dieKetzer nicht vollstrecken zu lassen.
Don Juan (1576—1578). der neue Gouverneur, bestätigte zumSchein diesen Vertrag, erreichte aber doch nicht die Anerkennung seinerStatthalterschaft von Holland und Seeland. Nur zu bald warf er dieMaske ab und bemächtigte sich plötzlich der Festungen Charlemont undNamur. Darauf erklärten alle Provinzen Don Juan den Kriegund Brabant wählte den Prinzen Wilhelm sogar zu seinem Regenten,Zwar rief ein Theil des brabantischen Adels den Erzherzog Matthiaszum Regenten aus, allein dieser mußte es sich gefallen lassen, daß ihmOranien als Mitregent beigeordnet wurde. Dennoch schlössen sich diesüdlichen wallonischen und katholischen Provinzen mehr an Matthias,weil Oranien in seinen Gesetzen den Reformirten überall freie Religions-übung zugesichert und das Volk namentlich in dem demokratischen Gent,sich manche Gewaltthätigkeiten gegen die Katholiken erlaubt hatte. DaMatthias ganz ohne Kricgsmittel war, wandten sich die Katholiken nachFrankreich um Hilfe, während die protestantischen Provinzen Englandum Unterstützung angingen. Beiden Parteien wurde gewillfahrt, jedochwar das englische Heer sehr klein.
Unter diesen verwickelten Verhältnissen starb Don Juan 1578und sein kluger Nachfolger Alexander Farnese von Parmawußte 'geschickt die Spannung zwischen den nördlichen und südlichen Pro-