3. Kap.j
Wallenstein's Tod.
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Armee und die Ergebenheit der Officiere. Diese zweideutige Stellungmachte den Herzog von Friedland bei dem Kaiser verdächtig, und seineFeinde, die Jesuiten, welche ihm Thurn's Freilassung nicht vergeben konn-ten, bestärkten den Verdacht, als beabsichtige Wallenstein einen völligenAbsall, wie denn der Wiener Hof durch den Herzog von Savoyen vonWallenstein's Unterhandlungen mit Frankreich genau unterrichtet war.Als der Herzog erkannte, daß man ihm mistraue und ihn zu entfernenwünsche, suchte er den Plan, das Heer ganz an sich zu binden, zur Aus-führung zu bringen. Er berief die Generale und Obersten nach Pilsenund hier wurde ihnen ( 12 . Januar 1634 ) bei einem Banket erklärt, daßder Herzog zurücktreten wolle. Dies setzte Viele, die bei Anwerbung derRegimenter ihr Vermögen zugesetzt hatten, in große Bestürzung, und alsihnen nun ein Revers vorgelegt ward, worin sie sich, unter großen Be-schwerden über die angeblich gegen den Herzog verübten „Injurien," ver-pflichteten, zu dem Herzog zu halten und sich „von ihm aus keinerlei Weisescpariren zu lassen", so unterzeichneten vierzig Generäle und Obristen.Nun erst erklärte der Kaiser, <24. Januar), daß er Wallenstein entlassenwolle und die Truppensührcr an General Gallas weise. Für das Vor-gefallene ward Pardon ausgesprochen, jedoch Wallenstein und zwei Andereausgenommen. Ein zweites, für die Allgemeinheit berechnetes Patentvom 18 . Februar sprach sich über Wallenstein's Schuld aus, erklärte ihnfür entsetzt, benannte die treu gebliebenen Führer, namentlich Gallas, Al-tringen, Maradas, Piccolomini und Colloredo, und beruhigte die Besorg-nisse der Officiere. Wallenstein, der schon seit Ende December die Unter-handlungen mit den Gegnern des Kaisers, die er unterbrochen gehabt, weiler bei den mistrauischen Schweden und Kursachsen, mit denen er am lieb-sten abgeschlossen hätte, kein warmes Entgegenkommen fand, wieder an-geknüpft hatte, fand nun, daß ihm nichts übrig blieb, als sich mit sovielTruppen, als noch zu ihm halten wollten, den Schweden anzuschließen.Er kam aber nur mit geringer Macht nach Egcr, dessen CommandantGordon ihn zwar einließ, aber so wenig auf seine Pläne einging, wie derOberst Buttler, der unterwegs zu ihm gestoßen war und erst jetzt Wal-lenstein's Lage erfuhr. Von Eger aus wurden Arnim und die Schwedenbeschickt. Buttler, Gordon und Lesley aber beredeten sich, der Sache vorder Ankunft der Schweden ein Ende zu machen. Jlow, Terzka, Kinskyund Neumann wurden auf die Citadelle zu einem Gastmahle geladen.Während sie lustig tafelten, wurde das Thor der Burg geschlossen und dieBrücken aufgezogen. Um acht Uhr trat plötzlich Geraldin mit sechsDragonern, und von der andern Seite Hauptmann Deveroux mit vier-undzwanzig Dragonern ein und rief: „Wer ist gut kaiserlich?" Buttler,Gordon und Lesley antworteten mit dem Rufe: „Es lebe Ferdinand!"ergriffen die Leuchter und traten bei Seite. Nun stürzten die Dragoner