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(3. Buch.
Eugen von Savoyen.
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in des Kaisers Dienste, welcher Officiere und Soldaten gegen die Türkenwarb. Seine Tapferkeit in der Schlacht von Wien brachte ihm den Be-fehl über ein Regiment und nun war er unablässig bemüht, in die Ge-heimnisse der Taktik einzudringen. Zu dem Ende suchte Eugen die Nähedes Prinzen Ludwig von Baden und des Herzogs Karl von Lothringenund wußte sich ihnen nützlich zu machen. Karl erkannte das aufblühendeTalent und empfahl es dem Kaiser mit aufrichtiger Wärme.
Leopold befolgte den Rath, sandte den jungen Eugen (1688) nachItalien und ernannte ihn 1693 zum Generalfcldmarschall. Der glor-reiche Sieg bei Zenta über die Türken trug seinen Namen durch ganzEuropa und Ludwig XIV. bedauerte vergebens, diesen Man» gekränktzu haben. Die glänzenden Anerbietungen Ludwig's wies Eugen mit denstolzen Worten zurück. „Sagen Sie Ihrem Könige, daß ich kaiser-licher Feldmarschall bin, welches ebensoviel werth ist, als der franzö-sische Marschallsstab. Geld brauche ich nicht. So lange ich meinemHerrn pflichtmäßig diene, werde ich dessen genug haben."
Ein wahrer Vater der Soldaten, schonte sie Eugen möglichst in derSchlacht und trug für ihre Verpflegung die größte Sorge; ja er schoßoft den Sold für die Truppen vor, wenn die Kriegslasten leer waren.Das Heer liebte ihn aber auch über die Maßen und bestand um seinet-willen alle Anstrengungen und Arbeiten ohne Murren. In der Schlachtglaubte Jeder, das dunkle, feurige Auge des Feldherrn ruhe auf ihm ganzbesonders. Engen war im Felde rastlos thätig und untersuchte noch mittenin der Nacht die Wachen, oder ritt auf Kundschaft aus. Die Stunde» derMuße benutzte er zu Studien in der Mathematik und Geschichte. — Eugenist ein Volksmann der Deutsche» geworden und manches Volkslied hatseinen Namen und seine Thaten verewigt. Mit einem solchem Feldherrnglaubte Leopold jetzt dem bevorstehenden Kriege mit Frankreich ruhigerentgegenblicken zu können.
Der nahe Tod des kinderlosen Königs von Spanien Karl's II.,beschäftigte die Großmächte damals nicht wenig. Ludwig XIV., derKaiser Leopold und der Kurfürst Maximilian Emanuel von Baiern tratenmit Erbschaftsansprüchen auf: der Erstere für seine» Enkel Philipp vonAnjou, der Andere für seinen zweiten Sohn Karl, und der Dritte für denKurprinzen. Karl II. wünschte, daß seine Monarchie »»getheilt bleibenmöchte und setzte den Kurprinzen von Baiern zu seinem Erben ein. Die-ser starb aber noch vor Karl und die Seemächte England und Hollandentwarfen mit Ludwig einen Theilungsplan, demgemäß das spanischeReich zwischen dem Erzherzog Karl und dem Herzoge Philipp von Anjougleichmäßig getheilt werden sollte. Karl von Spanien aber schrieb anLeopold, er möge ihm seinen Sohn schicken, damit er die Herrschaft bald»ach seinem Tode antreten könne. Während Leopold noch mit der Reise-