4. Kap.)
Kaiser Joseph I.
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men. Am 11. Juli kam es zur Schlacht von Ondenarde. Eugenführte den rechten, der holländische Marschall Overkerk den linken Flü-gel und Marlborough das Centrum. Overkerk entschied durch einen keckenAngriff auf die rechte französische Flanke den Sieg; nur die guten Anord-nungen Vendmne's verhinderten die völlige Vernichtung der Franzosen.Erst am folgenden Tage langten Eugen's Truppe» a» und wurden zurBelagerung von Lille abgesandt, das. gleich Gent, sich nach tapferer Verthei-digung ergab, nachdem Vendöme mehrmals Versuche zum Entsatz gemacht.Der tapfere Marschall wurde wegen seines Unglücks von Ludwig XIV. mitdem Verlust des Oberbefehls bestraft und Villars an seine Stelle gesetzt.
Ludwig machte nun zum zweiten Male Friedensvorschläge. Erschonte nicht Geld und Versprechungen, um Holland und England vonder Sache des Kaisers zu trennen und den Herzog von Savohen zur Un-treue zu verleiten. Allein Ludwig's Treiben war so verhaßt, daß sich dieForderungen der Verbündeten immer mehr steigerten. Ludwig erbot sichfreiwillig, den Haupttheil der spanischen Monarchie herauszugeben; seinEnkel solle sich mit Neapel und Sicilien begnügen. „Nicht ein Dorf vonder ganzen spanischen Monarchie darf fehlen," lautete die Rückantwortder Alliirten. Als sich Ludwig auch darein fand, forderten die Verbünde-ten, er solle das Elsaß und eine Reihe französischer Festungen an Deutsch-land abtreten. Auch dies wurde zugestanden. Da verblendete der Ueber-muth des Glücks die Verbündeten so, daß sie Ludwig die schmähliche Zu-muthung machten. er solle seinen Enkel aus Spanien mit vertreiben hel-fen und seine Verbündeten, die Kurfürsten von Baiern und Köln, ihremSchicksale überlassen.
Da ergrimmte der stolze Ludwig, obgleich vom Glück verlassen undtief gedemüthigt; aufs Neue wurden Kriegsanstalten getroffen, das Letzte,was Bürger und Bauern noch besaßen, herausgepreßt. und ein Heer von100,000 Mann unter Villars in den Niederlanden aufgestellt (1709).
Hier befehligten Eugen und Marlborough über 110,000 Mann.Nachdem sie Tournah erobert hatten, wendeten sie sich gegen Mons undlockten dadurch Villars aus seinem stark verschanzten Lager bei L aHaine. Dieser ging über die Scheide und bezog die feste Stellung vonMalplaquet. Trotz der Stärke dieser Position, trotzdem, daß die Fronteder Franzosen durch Moräste und Gehölze geschützt war. beschließt Mari-borough den Angriff. Eugen beginnnt die Schlacht mit seinem rechtenFlügel, vertreibt nach langem. hartnäckigem Kampfe die Franzosen ausdem Gehölz und setzt sich darin fest, um den günstigen Augenblick abzu-warten, wo er aus die Verschanzungen der Ebene losstürzen kann. Als nunauch der linke Flügel unter dem Prinzen von Oranien drei Schanzenerobert hatte, warf Villars vom Centrum aus Verstärkungen nach denFlügeln. Zwar verjagten nun die Franzosen den Oranier wieder und