Kaiser Karl VI.
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4. Kap.)
1736 zu Wien, nachdem er die Verkürzung der HabsburgischcnMacht Seitens der Franzosen und Spanier im polnischen Erbfolgekriegenoch erlebt hatte. Der Schmerz, auch die Früchte des Passarowitzer Frie-dens hingeopfert zu sehen, wurde ihm erspart.
Im Jahre 1733 starb nämlich N ugust II. von Polen und ein«französtsch gesinnte Partei, von dem Primas P oto ck i geführt, rief denehemaligen König StaniSlaus Lesczin Ski zum Könige aus, welchenFrankreich und die Pforte auch sofort anerkannten. Dagegen wählte diekleinere sächsische Partei, unter dem Schutze russischer Waffen, August III.von Sachsen und ließ ihn in Krakan krönen. Rußland, welches in denPolnischen Wirren den Anker erkannte, um sich in Europa festzusetzenund ein Wort in den politischen Angelegenheiten dieses Erdtheils mitzu-sprechen, vertrieb StaniSlaus rasch aus Danzig, wohin er sich geflüchtethatte, während die Oesterreichs Schlesiens Grenzen sperrten. Deshalberklärte Frankreich an Oesterreich den Krieg (polnischer Erbfolge-krieg) und Spanien und Sardinien machten mit ersterem, in Hoffnungneuer Erwerbungen, gemeinschaftliche Sache. Sofort rückten die Franzosenin Lotbringen und Mailand ein. während der Jnsant Carlos sich Neapelsund Siciliens bemächtigte und dort als König ausgerufen ward. Dersiebzigjährige Eugen hatte kein Glück mehr und was schlimmer war, auchkein Heer, das kriegsgeübt und stark genug gewesen wäre, sich mit denFranzosen zu messen. Karl VI. dachte deshalb an schnellen Frieden undnahm die Wiener Friedenspräliminarien (1735) an, da ihmder französische Minister Cardinal Fleury die Garantie der pragmatischenSanction anbot. Der weise, liebreiche und vielgeprüfte StaniSlaus LeS-ezinsky erhielt die Herzogthümer Lothringen und Bar, welche nach seinemTode an Frankreich fallen sollten. Dafür wurde der Herzog von Lothrin-gen, Franz Stephan, seit 1736 Gemahl Maria Theresia'«, mit der Nach-folge im Grvßherzvgthum Toscana *) bedacht. Der Jnsant Carlos be-kam die Königreiche Neapel und Sicilien, wogegen Parma »nd Piacenzaan den Kaiser abgetreten wurden; Sardinien gewann ein Stück des Her-zvgthums Mailand. Alle diese Bedingungen wurden im Wiener Frie-den (1738) angenommen. Aber StaniSlaus trat Lothringen gegen eineLeibrente noch bei seinen Lebzeiten an Frankreich ab.
Im folgenden Jahre (1739) schloß Oesterreich mit der Türkei denungünstigen Frieden von Belgrad, nachdem es mit Rußland (1736)unter großen Hoffnungen den Krieg gegen die Pforte begonnen hatte.Allein die österreichischen Feldherren waren sämmtlich unfähig und mach-ten ihrem Meister Eugen große Schande. Maria Theresia hätte den Krieg
') Der letzte Mediccer, Franz Gaston, starb 1737.
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