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Das Jahr 1758.
s3. Buch.
eiere und 103 Kanonen. Die Ehre des Tages erkannte Friedrich demGeneral Seidlitz zu, indem er dem englischen Gesandten auf seine Gra-tulation erwiderte: „Ohne diesen da würde es schlecht mit uns stehen." Aberder bescheidene Seidlitz dehnte dieses Lob auf die ganze preußische Cavalerieaus und empfahl den Tapfersten der Tapferen, den Rittmeister von Wake-n itz vom Garde du Corps, zur verdienten Auszeichnung und Beförderung.
Wie fand der König seine östlichen Provinzen wieder! Pommernund die Neumark waren erschrecklich verheert, die Dörfer verlassen, die Fel-der unbestellt. Die Kosacken hatten geplündert und geschändet und warendurch ihre Generäle nicht davon abzuhalten gewesen. Ostpreußen hatteder Kaiserin Elisabeth huldigen müssen, was Friedrich dieser Provinz nievergeben konnte. Uebrigens betrübte ihn der Gedanke sehr, daß er dieseGegenden, deren Engel er gewesen, wieder verlassen müsse, um sie einembald wiederkehrenden Feinde preiszugeben.
Indeß zwang die Bcdrängniß seines Bruders Heinrich den Kö-nig zum Rückmarsch nach Sachsen. Am 12. September hatte sichFriedrich mit seinem Bruder verbunden und Daun zum Abzug aus diesemLande genöthigt. Der österreichische Cunctator wandte sich in die Lausitz,um dem Könige den Weg nach Schlesien zu versperren, wo die FestungenNeiffe und Kosel belagert wurden. Friedrich aber, verwegener als Dann,war ihm nachgezogen und lagerte sich dem Feinde zum Hohn in einer ge-fährlichen Stellung bei Hochkirch, während die umliegenden Höhen inden Händen der Oesterreich» waren. Höhere und niedere Osficiere warn-ten den König vergeblich, nicht zu viel zu wagen. Der Osficier, welcherdas Lager abstecken sollte, erlaubte sich Einspruch dagegen. MarschallKeith meinte: „Wenn die Oesterreich» uns hiev ruhig lassen, verdienensie gehängt zu werden." Friedrich dagegen hoffte, „daß die Oesterreich»sich mehr vor ihm als vor dem Galgen fürchten würden." Darin täuschteer sich jedoch, denn die österreichischen Generäle waren der MeinungKeith's- Daun wollte indeß nicht bei Tage die Preußen angreifen, son-dern sie nächtlich überfallen. Um den König zu täuschen, verstärkte erseine Verschanzungcn, als eb er sich vor einem Angriffe Friedrich's fürchte.In der Stille bereitete er aber Alles auf den 14. Oktober vor, der einUnglückStag für das preußische Heer zu sein scheint.
An diesem Tage Morgens halb fünf Uhr standen die Oesterreich»hart vor den preußische» Vorposten, welche in dem dichten Octoberncbelnichts bemerkten. Jetzt schlägt die Thurmuhr zu Hochkirch fünf Uhr, dasverabredete Zeichen zum Angriff. Bon allen Seiten dringen die Oester-reich» ins preußische Lager, bemächtigen sich des Geschützes und richtenes aus ihre Widersacher. Es war ein mörderischer Kampf bei dieserFinsterniß, welche den Feind voin Freund nicht unterscheiden ließ. DerMarschall Keith und der Prinz Franz von Braunschweig fielen: Moritz