Band 
(1500 - 1815)
Entstehung
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223
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Das Jahr 176t.

6. Kap.j

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manchmal über die heftige Kanonade nnd sprach lächelnd! „Es war ein Pe-lotonfeuer von Kanonen, sie schössen mir das Wort vom Munde weg."

Die Nacht unterbrach den Kamps. Um ein und dasselbe Wachtfeuer la-gerten versprengte Oesterreich» und Preußen, indem sie miteinander aus-machten, sich am Morgen dem Sieger zu ergeben. Friedrich saß in der Kirchezn Elsnig an den Stufen des Altares nnd schrieb die Befehle für die Er-neuerung des Kampfes am folgenden Tage. Dann hatte sckM einen Bo-ten mit der Siegcsnachricht nach Wien abgefertigt. Da war es Zielenendlich um 10 Uhr Abends gelungen, den höchsten Punkt der SüptitzerHöhen zu ersteigen. Darm, in seiner stärksten Flanke bedroht, beschloß nunden Rückzug. Nach Mitternacht meldete Ziechen dem König« den glück-lichen Erfolg seines Unternehmens und am andern Tag« ükrzeugte sichFriedrich selbst, daß Dann auf dem rechten Elbufer nach Dresden abzog.Der König eilte ihm zuvorzukommen nnd die sichere Stellung im Planen-schen Grunde zu gewinnen. Allein der Psalzgras von Zweibrücken kamrasch mit der Neichsarmee zum Schutze Dresdens herbei nnd Dann nahmjene Position ein. Dennoch hatte sich Friedrich glücklich die Winterquar-tiere in Sachsen erkämpft und nahm seinen Wohnsitz in Leipzig. Hiernntcrredete er sich mit Gottsched und mit Geliert, nnd suchte Belehrungüber die deutsche Literatur. Geliert stach den berühmten Gottsched aus,nnd Friedrich gab einen Beweis seines gesunden Geschmacks und rich-tigen pädagogischen Blickes, indem er den Buchhändler Pauli in Berlinermunterte, Gellert's Fabeln als Schulbuch zu drucken. — Verwandte,Freunde, Künstler bildeten Friedrich's Umgang; er hatte täglich Concerte,blies aber nur selten, da ihm mehrere Zähne ausgefallen waren. Obwohlernster geworden nnd früh durch den Kummer eines fünfjährigen Kriegesgealtert, war er doch harmlos und gemüthlich unter den Freunden, nndbehielt unter allen diesen unsäglichen Entwürfen doch noch Zeit, mit seine»Lieblingshunden zn spielen.

«5. Der siebenjährige Krieg (Fortsetzung). DasJahr 1761.

Obwohl Ferdinand von Brannschwcig dieses Jahr mit einigen glück-lichen Unternehmungen begann, so errang er doch keinen entscheidendenVortheil. Heinrich mußte Sachsen gegen Dann vertheidigen, Friedrichsuchte in Schlesien die Verbindung London'- mit Butnrlin z» verhindern.Aber, was er auch dagegen machte, es halfAlleS nichts, da er zu schwachwar. Am 17. August standen Oesterreich» nnd Russen. 120,000 Mannstark, bei Striegau. Der König wußte sich nicht anders zu helfen, alsdaß er ein festes Lager bei Bunzelwitz bezog, welches seine Anne« unddie> Festung Schweidnitz zugleich decken sollte. Vierzehn Tage lang mußte