3. Kap.)
Der 18. und 19. Brumaire.
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Drittes Kapitel.
Das Consula t.
99. Der 18. und 19. Brumaire (9. und 10. November
1799).
Bonaparte war nach einer achtundvierzigtägigen Fahrt glücklich beiFrejus gelandet (9. October 1799) und wiederum den auflauerndenenglischen Kreuzern entgangen. Da die Unzufriedenheit mit dem in sichuneinigen Direktorium allgemein war, so wurde er auf dem ganzen WegeVon Frejus bis Paris mit lautem Jubel empfangen und als RetterFrankreichs begrüßt. Das unkrästige Auftreten des Dircctoriums gegendas Ausland, die unglückliche Kriegführung und die Masse von Papier-geld , welche vom Direktorium zur Bestreitung der nothwendigen Ausga-ben fabricirt worden war, hatten im Volke einen Haß gegen diese Regie-rung erzeugt, welcher unauslöschlich war. Das ganze Volk erwartetevon Bonaparte eine Regierungsveränderung, die eine bessere Verwaltungund ein entschiedeneres Eingreifen in die auswärtigen Verhältnisse herbei-führen sollte. Der Director Siehes war es, welcher das Heer auf-forderte, die alte Regierung umzustürzen und sein Auge dabei auf Napo-leon geworfen hatte. Damals gab es drei Parteien im Staate:1) Die Partei der Reitbahn, die Ueberreste der alten Jakobiner, zuwelcher viele bedeutende Generale, die Directoren Moulins und Gohier,und die Mehrheit des Rathes der Fünfhundert gehörten; 2) die gemä-ßigte republikanische Partei, mit den Directoren Siehe« undNoger-Ducos und der Mehrheit des Rathes der Alten, und 3) die Par-tei des Director Barras, welche, ohne bestimmte Grundsätze, bald da-hin, bald dorthin schwankte und für sich den größtmöglichsten Vortheilaus den Verhältnissen zu ziehen suchte.
Bonaparte führte, mit Hilfe der Partei Sieyes' und seines BrudersLucian, welcher Präsident des Rathes der Fünfhundert war, die denk-würdige Staatsveränderung des 18. Brumaire herbei. Zu diesemZwecke wußte es Siehes durchzusetzen, daß die Räthe ihre Sitzungen' nach St. Cloud verlegten und Bonaparte zum Oberbefehlshaber der Trup-pen ernannten. Darauf versicherte sich Bonaparte der Stimmung des