Band 
(1500 - 1815)
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Einverleibung Hollands.

f4. Buch.

Paris mit Maria Louise und diese beschenkte ihn am 20. März 1811mit einem Sohne, der schon in der Wiege den bedeutungsvollen Titel„König von Rom" empfing.

Einen neuen Gewaltstreich verübte Napoleon an Holland. SeinemBruder Ludwig dünkte die strenge Aufrechthaltung der Kontinentalsperreunvereinbar mit der Wohlfahrt eines Handelsstaates, wie die Nieder-lande waren. Er machte daher seinem kaiserlichen Bruder mehrmalsernste Vorstellungen dagegen, und ließ, als dies nichts fruchtete, die Sperremit Lauheit handhaben. Napoleon griff nun eigenmächtig in die Verwal-tung Hollands ein und sandte sranzöfische Aufseher und ein Heer dahinab. Ludwig ertrug diese Tyrannei seines Bruders nicht; da er sein Landnicht glücklich machen konnte, legte er am 1. Juni 1810 die Schein-krone zu Gunsten seines Sohnes nieder und begab sich nach Grast. Na-poleon aber zog die Niederlande, als eine „Anschwemmung des Rheins,der Maas und der Scheide, dreier großen Adern des französischen Reichs,"ein (1. Juli 1810) und vereinigte nicht lange darauf den ganzen nord-westlichen Theil Deutschlands bis an die Elbe mit dem französischen Kai-serreiche. Damals zählte Frankreich hundertundvierzig Departementsund zweiundvierzig Millionen Einwohner.

Napoleon'« Waffengefährte, der Marschall Bernadotte, wurde vonden schwedischen Reichsständen zmn Thronfolger gewählt, nachdem Gu-stav IV., Napoleons erbitterter Feind, mit Hilfe der Generale Klingspornund Adlerkreuz abgesetzt worden war, weil er Schweden in fortwährendeKriege mit den Nachbarn verwickelte. Unter dem Namen Oberst Gustav-son hielt er sich meist in der Schweiz auf und lebte, ein wunderlicher, aberselbstständiger Charakter, sehr kümmerlich in St. Gallen, wo ihn 1837der Tod ereilte. Sein Oheim, der Herzog von Südermanland, bestiegals Karl XIII. den schwedischen Thron und ihm folgte 1818 Bernadotteunter dem Namen Karl Johann (ch 1844).

1V6. Andreas Hofer und Joseph Speckbacher.

Tyrol war seit dem Jahre 1805 an Baiern gekommen. Allein derTyroler konnte sich über den Verlust seiner alten Privilegien, welcheihm die neue Regierung entriß, nicht zufrieden geben und hing mitunerschütterlicher Treue am österreichischen Kaiserhause. Die in ihrenRechten gekränkten Priester nährten den Haß gegen die Fremden und be-reiteten heimlich einen allgemeinen Volksanfstand vor. Als nnn der Kriegim Jahre 1809 zwischen Oesterreich und Frankreich wieder ausbrach,schlugen auf allen Bergen Tyrols die Signalfeuer zum Himmel und ver-kündigten die Morgenröthe der Erlösung. Andreas Hofer, derSandwirth aus dem Paffcyerthale, war das Haupt des Aufstandes, zu