4. Kap.)
Schlacht bei Borodino.
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Russen entgangen waren, setzten schon am 18. über den Dniepr und er-reichten Barclay de Tolly wieder; allein die unbegreifliche Unthätigkeitdes Generals Junos der ein Jahr nachher im Wahnsinne starb, bewahrteihn vor einer gänzlichen Vernichtung. Ungehindert setzte Barclay seinenMarsch auf Moskau fort.
Die zaudernde Art, wie Barclay den Krieg führte, sagte der Masse,des Volks nicht zu, weil diese nichts von ihren Wirkungen verstand.Die Menge schrie über Verrath, da man den Feind ohne ernsthaftenWiderstand so tief in das Land gelassen hatte. Barclay war nämlich einAusländer und der Nltruffe auf ihn neidisch. Alexander gab endlich demMurren der russischen Bojaren nach und ernannte den Besieger der Tür-ken, den unfähigen und weichlichen Kutu sow, zum Anführer. Dieserbeschloß, die heilige Stadt der Russen, Moskau, durch eine große Schlachtzu vertheidigen, um der öffentlichen Meinung Rechnung zu tragen. Erbezog deshalb die feste Stellung zwischen Borodino und Mosaisk,um den Ucbergang über die Moskwa zu bewachen. Den Muth seinerTruppen zu erhöhen, ließ Kutusow die Priester mit de» Bildnissen undReliquien der Landcsheiligen im Lager umherziehen und feuerte die Mann-schaften zum Kampfe für Religion und Vaterland gegen den „Aller-Welts-Tyrannen und Hciligthumsschänder" an.
Den 7. September Morgens um zwei Ubr erhielten die Marschälledie letzten Befehle zur Schlacht und begaben sich auf ihre Posten. Eindichter Nebelschleier deckte das Land; um halb sechs Nhr ging die Sonnehellstrahlend auf und zerstreute die Wolken. „Seht, die Sonne von Nu-sterlitz!" rief der Kaiser, und dieses Wort, von Mund zu Munde Fortge-pflanzt , erfüllte die Armee mit Vertrauen. In dem Tagesbefehle hießes: „Soldaten, die Schlacht, die Ihr so sehr gewünscht habt, ist da;nunmehr hängt der Sieg von Euch ab; er ist Euch nothwendig; er wirduns Ueberfluß an Kriegs- und Lebensbedürfnissen, gute Winterquartiereund. eine schnelle Rückkehr in das Vaterland verschaffen. Haltet Euch,wie bei Austerlitz, Friedland, Witepsk und wie bei Smolensk. Die fernsteNachwelt wird Euer Betragen an diesem Tage mit Stolz anführen, undvon jedem von Euch sagen„Er war bei jener großen Schlacht unterden Mauern von Moskau."
So begann die furchtbare Schlacht von Borodino oder ander Moskwa, in welcher von beiden Seiten mit eiserner Beharrlichkeitgestritten wurde. Ströme von Blut flössen; Alles wurde daran gesetzt,der letzte Hauch von Menschen und Pferden, um einen vollständigen Siegzu gewinnen, oder eine völlige Niederlage zu vermeiden. Von Morgenssieben Uhr bis Nachmittags fünfllhr währte das Gemetzel; 30,000 Leichenbedeckten das Feld, 80,000 Mann wurden leicht oder schwer verwundet.Obwohl sich beide Theile den Sieg zuschrieben, so gingen doch die Russen