5. Kap.)
Schlacht bei Lützen und Bautzen.
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(1. Mai). Dieses Unglück, alle gewonnenen Schlachten mit großenOpfern und dem Verluste ausgezeichneter Feldherren bezahlen zu müssen,verfolgte Napoleon nun überall. Den 2. Mai griffen die Verbündetenden Kaiser selbst bei Lützen oder Groß gör scheu an, wobei der jetzigeKönig von Preußen persönlich ein Bataillon des ersten Garderegimentsins Feuer führte. Wiewoh l Napoleon durch seine überlegene Kriegskunst undUebermacht siegte, wiewohl die junge Garde sich sehr tapfer schlug, so er-kannte er doch sogleich an der Hartnäckigkeit, mit welcher die deutscheJugend kämpfte, daß er es mit anderen Truppen, als mit denen von 1806zu thun hatte. Die Ideen der Vaterlandsliebe und Freiheit machten da-mals jeden Deutschen zum Helden gegen den Unterdrücker der Nationalität.Der Muth der Landwehrmänner war so groß, die Erbitterung gegen die Fran-zosen so heftig, daß die Osficiere Mühe hatten, ihre Mannschaft von einernutzlosen Selbstopferung abzuhalten. Darum erlitten die Verbündetengroße Verluste; auch der tapfere Scharnhorst empfing eine tödtlicheWunde; aber die Franzosen bekamen nur wenig Gefangene in ihre Hände.Die Folge dieser Schlacht war die Räumung Sachsens Seitens der Ver-bündeten. Am 8. Mai zog Napoleon wieder in Dresden ein und gebotdem Könige von Sachsen die Rückkehr, widrigenfalls er das Land feind-lich behandeln werde.
Die Verbündeten nahmen ihren Rückzug durch die Lausitz und setztensich schon auf den Höhenvon Wurschen und Bautzen wieder fest, wo sieSchanzen auswarfen, die mit zahlreichem Geschütz besetzt wurden. Vorndurch die Spree gedeckt, zur linken an die böhmischen Gebirge, zur rechtenan die Seen von Malschwitz gelehnt, war diese Stellung sehr geeignet,Napoleon das Vordringen nach Schlesien und den Marken zu wehren.Am 18. marschirte Napoleon von Dresden ab; am 20. stand er vorBautzen und ließ unter dem Feuer der feindlichen Kanonen zwei Brückenschlagen, auf denen seine Heere über die Spree setzten. Der MarschallNey war den Verbündeten in den Rücken geschickt worden, und dieses klugeManöver, das Barclay de Tolly mit seiner schwachen Schaar am 19.durch das Gefecht von Hoyerswerda vergeblich zu vereiteln strebte,entschied die Tage von Bautzen (21. und 22. Mai) wieder zu NapoleonsGunsten. Die Verbündeten zogen sich eiligst zurück, ordneten sich jedochsehr bald wieder, da die Franzosen wegen Mangel an Reiterei die Ver-folgung nicht beschleunigen konnten. Nun machten die Verbündete» demFeinde jeden Fuß breit Land streitig, stellten sich überall, wo eine günstigePosition in Engpässen oder Höhen zu nehmen war, auf, und fügten denFranzosen viele Verluste, besonders an guten Generalen, zu. Auf dieserVerfolgung wurden Bruyeres, Kirgener und der Liebling des Kaisers,Duroc, in der Nähe von Görlitz getödtet. Diese Unfälle, diese Siegeohne Trophäen und Gefangene, diese Feuersbrünste, welche den FranzosenWeltgeschichte, ll. 24