Band 
(1500 - 1815)
Entstehung
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381
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5. Kap.)

Die Völkerschlacht bei Leipzig.

381

Schaaren, die von Radefeld herbeikommen sollten. Allein er sah, daß,bevor diese anrückten, das Gefecht zum Nachtheil der Preußen entschiedensein würde. Da ereignete sich ein für ihn günstiger Umstand. Das preußi-sche Geschütz sprengte nämlich einige französische Pulverwagen in die Luft.Sogleich benutzte der Major Sohr mit den Brandenburger Husaren diedadurch entstehende Verwirrung der Franzosen. Er stürmte gegen ü Uhrmit dem Rufe: „Vorwärts!" auf den Feind; das Fußvolk drang in dichtenSchaaren nach; die übrige Reiterei folgte. Marmont wurde verwundet;die Franzosen konnten sich vor der Wuth preußischer Säbel und Bajon-nete nicht retten und flohen in Eile aus Möckern nach Entritzsch,wo sie der rechte Flügel der Franzosen unter Ney, welcher noch nicht imGefechte gewesen war, aufnahm. Die Preußen, welche von 22,000 auf13,000 zusammen geschmolzen und deren Stabsofficiere fast sämmtlichverwundet waren, standen von der Verfolgung ab. Die Russen aber kamenerst in der Nacht an. Der Verlust der Franzosen betrug 8000 Todteund Verwundete, 2000 Gefangene, 43 Kanonen, einen Adler und vielePack- und Pulverwagen. Dieser glänzende Erfolg war, nächst der Tapfer-keit der Preußen und der geschickten Benutzung der Umstände durch Dort,ein Werk der Rathschläge Gneisenau's.

General Bertrand hatte gegen Gyulai Lindenau zwar verloren, esaber nach großer Anstrengung wieder gewonnen. Diese Nachricht, welchesich sogleich im französischen Lager verbreitetete, daß der Weg nach Frank-reich offen sei, brachte den Namen Bertrand's auf alle Zungen.

So waren an dem Einen Tage des 16. Oktober drei verschiedeneSchlachten geschlagen worden, bei W a ch a u, L i n d e n a u und M ö ck e r n.Nur in der letzteren hatten die Preußen allein entscheidend gesiegt; beiLindenau waren die Oesterrcicher gänzlich zurückgewiesen worden und beiWachsn hatte Napoleon einige Vortheile davon getragen.

Napoleon bivouakirtc in dieser Nacht bei derMensdorser Schäferei,mitten unter den Wachtfeuern seiner Garde. Vor ihm stand ein Tisch,mit Landkarten bedeckt, über welche er gebeugt lag und aufmerksam stu-dirte. Die Meldungen der Adjuntanten Ney's und Bertrand's unter-brachen diese Arbeiten. Der Kaiser ertheilte Befehle für den folgendenTag. Bertrand mußte um 3 Uhr Morgens aufbrechen und mit dem Trosseauf der Lützener Straße abziehen, damit das nachrückende Hauptheer nichtvorn Feinde beunruhigt werde. Mortier mit den Garden »ahm den Paßvon Lindenau ein. Dann zog Napoleon seine Truppen enger um Leipzigzusammen, indem er noch einige Verstärkungen erwartete. Endlich sandteer den gefangenen General Mecrseldt mit einem Briefe an seinen Schwie-gervater, worin er sich erbot, die Weichsel- und Oderfestungen zu über-geben, wenn man ihm freien Abzug hinter die Saale gewähre.

Vergebens wartete Napoleon den ganzen 17. October ausAntwort;