Band 
(1815 - 1854)
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57
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1. Kap.f

Türkischer Krieg.

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und Ardebil auf und überschritt die Grenzen des eigentlichen Persiens.Da gab Feth Ali nach und Abbas Mirza schloß den definitiven Friedenvon Turkm ätsch ai (iO. Februar), welcher den Nüssen alle im Ver-trage von Tanris gewährten Vortheile überließ. Paskewitsch erhielt vomKaiser Nikolaus eine Million Silberrubcl zum Geschenk und den prun-kenden Zunamen „Eriwanski"; sechs Millionen von der persischen Kriegs-steuer wurden unter die Officiere seines Heeres vertheilt.

Nach kurzer Winterrast kehrte das Heer um, die Türken in Klein-asien anzugreifen und durch dies Land bis au den Bosporus zu dringen,während ein anderes russisches Heer, etwa 70.000 Mann, am 7. Maiden Pruth überschritten hatte, um über den Balkan den Weg nachStam-bul zu suchen. Den Oberbefehl über das europäisch-russische Heer hatteGras Wittgenstein, unter welchem als Corpssührer die GeneräleRoth, Rudgewitsch und Woinow, später Prinz Eugen von Württemberg,und Geismar, Toll!., Menzikoff, Benkendorff, Worvnzvff, Matadoff, dannnoch Scherbatoff und Längeren als Divifionäre commandirten. Graf Die-bitsch war Wittgenstein's Generalstabschef. Admiral Greigh befehligtedie Flotte im schwarzen Meere; Heyden blokirte die Dardanellen. DerKaiser, welcher durch seine Gegenwart die Truppen zu tapfern Thatenbegeistern wollte, erschien am 21. Mai mit seiner Gemahlin und demdiplomatischen Corps im Lager vor Brailow und blieb mehrere Monatedaselbst. Vielleicht daß die Anwesenheit seines hohen Herrn Wittgensteinbefangen machte oder genirte, kurz der ganze Plan dieses FeldzugSwar verfehlt, die Verpflegung der Truppen und der Pferde höchst mangel-haft, die Zufuhr schlecht geordnet, das ärztliche Personal unzureichend, dieFeldapotheken und Spitäler im erbärmlichsten Zustande. Diesen schlechtenMaßregeln ist der unglückliche Ausgang des Feldzugs von 1828 zuzu-schreiben. Denn obwohl die russische Truppenmacht zu einem Angriffs-kriege auf das Herz der Türkei zu schwach war, so hätten sich doch rechtgute Erfolge erringen lassen, da die Janitscharen und die Flotte vernichtet unddie Bildung eines europäisirten türkischen Heeres erst in ihren Anfängenbegriffen war. Dennoch rechnete der Sultan, dem eine gewisse würde-volle Haltung in diesem Kriege nicht abzusprechen ist, aus die natürlichenVerbündeten der walachischen Steppen, in denen sich die Russen aus-breiteten: auf die Donauüberschwemmungen und die Fieber, wozu in die-sem Sommer auch noch die Pest trat. Mahmud gab daher seinen Pa-schas den Auftrag, die Donau und Balkanfestungen standhaft zu verthei-digen , große Schlachten zu vermeiden und den Feind durch Streifzügeund Scharmützel fortwährend in Athem zu erhalten.

Nachdem sich die Russen ohne Widerstand in den Besitz der Moldauund Walachei gesetzt hatten, schritten sie zur Belagerung Brailows,welches von Soliman Pascha fünf Wochen tapfer vertheidigt wurde.