Band 
(1815 - 1854)
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58
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Türkischer Krieg.

sl. Kap.

Erst am 17. Juni, als die in seinem Rücken liegende Festung Jsaktschigenommen war, ergab sich der kühne Soiiman und durste mit seiner gan-zen Besatzung nach Silistria abziehen. Bald daraus capitnlirten alleübrigen Donaufestnngen bis nach Silistria hin. Der Sultan bildete nunbei Schumla ein befestigtes Lager für 40,000 Mann, und übertrug demkriegerischen H u sse i n P a sch a den Oberbefehl. Ein anderes Heer unterdem Großvezicr Moha med Selim und Omer Vrioue von 30,000Mann wurde bei Adrianopel zusammengezogen und sollte über Aldos nachVarua vorrücken.

Die Russen dagegen unternahmen es, mit kaum 30,000 Mann dreider stärksten Festungen: Silistria, Schumla und Varua einzuschließen.Die Folge davon war, daß sie in den meisten Gefechten unterlagen undnach dem blutigen Treffen von Marasch (26. Aug.) sogar die Einschlie-ßung Schumlas und Silistrias aufgeben mußten (Nov.). Dagegen setztensie der Festung Varua mit größerem Nachdruck zu, besonders als KaiserNikolaus selbst wieder bei der Armee erschien und die Garden zur Unter-stützung Herberies. In Varua befehligte der verrätherische JnssusPascha; aber auch der Kapudan Pascha hatte sich in die Stadtgeworfen und leistete den mannhaftesten Widerstand. Ende Juli wurdeVarua auch zur See eingeschlossen. Dennoch hielt es sich bis in denOctober und würde nicht in russische Hände gefallen sein, wenn OmerVrione, dem nach den Siegen von Hasanlor und Kurtepe (30. Sept.)der Weg nach Varna offen stand, nicht in Unthätigkeit die Zeit hätte ver-streichen lassen. Besser verstand die russische Belagerungsarmec die ge-lassene Frist zu benutzen. Nachdem Menzikoff, der bis zum Septemberdie Belagerung Varuas geleitet, gefährlich verwundet und durch Woron-zoff ersetzt worden war, ließ dieser Bresche schießen und durch Mineneinen Theil des Hauptwalls in den Graben sprengen. Juffuf Pascha ca-pitulirte nun und wanderte mit 7000 Mann in russische Gefangenschaft,der Sultan zog dafür seine Güter ein und verfluchte seinen Namen füralle Zeiten. In Odessa aber empfingen die Hascubatterien den Ueberläufermit Salutschüssen und der Kaiser überwies ihm eine hohe Pension. DerKapudan Pascha, welcher vergebens Jussufs Verrath zu hindern gesuchthatte, warf sich mit 300 entschlossenen Muselmänner in die Citadelle underzwäng sich freien Abzug. Der linke Flügel der Russen nahm nun inund um Varua Winterquartiere, während die übrigen Corps in Eil-märschen, mit Zurücklassung vielen Geschützes, über die Donau zurück-gingen. Der ganze Feldzug kostete den Russen 40,000 Menschen, wor-unter viele ausgezeichnete Generäle und Officiere, und entsprach den Er-wartungen, welche Europa davon gehegt hatte, nicht im Mindesten. Amglücklichsten hatte noch Geismar in der kleinen Walachei gegen denthatkräftigen Pascha von Widdin gekämpst, obwohl er nicht verhindern