Türkischer Krieg.
1. Kap.)
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Diebitsch die Mitwirkung der russischen Seemacht mehr in Anspruch, alsdies voriges Jahr geschehen war.
Sultan M a h m n d hatte für diesen Feldzug ein allgemeines Auf'gebot der Moslemin ergehen lassen und sich überhaupt bemüht, den Kriegzu einem Volkskriege zu machen. Schon am 15. September 1828 hatteer sich in das Lager von Ramis Tschiflik begeben, und die Fahne desPropheten (Sandschak-Sheriff) entrollt. Seine Nathgeber meinten, daßdie russischen Operationen sich vorzüglich auf Konstantinopel richten unddie russische Flotte eine Landung daselbst versuchen würde. Deshalbwurde auch diesmal ein Trnppencorps in der Nähe Konstantinopels bereitgehalten. Im Ganzen mochte die Türkei 150,000 Man», meist unregel-mäßige Truppen, unter Waffen haben. Der ebenso tapfere als geschickteReschid Pascha wurde zum Großvezier ernannt. Die Russen brach-ten auch diesmal nicht mehr als etwa 70,000 Mann in den Kampf. Eswaren vier Corps, das sechste und siebente unter den Generalen Rothund Rüdiger, welche in und um Varna in den Winterquatieren lagen,und das zweite und dritte unter den Generalen Graf Pahlen und Kras-sowski, welche Anfangs Mai bei Hirsowa über die Donau gingen, wäh-rend Geismar die Walachei zu schützen hatte.
Schon am 24. Januar nahm Graf Langeron den Brückenkopf vonNikopolis und die Festung Turnow, wobei Ibrahim Pascha, der das Jahrzuvor in Silistria commandirt hatte, in Gefangenschaft fiel. Am 28.Februar eroberte Greigh die Festung Slsepolis am schwarzen Meere,welche dem russischen Landheere nöthig war, um die Verbindung mit derFlotte zu erhalten, wenn es selbst über den Balkan vorgedrungen seinwürde. Auch die türkische Donauflottille wurde vom Befehlshaber derrussischen Donauflottille Sawadowski geschlagen und vernichtet. Diebitschbrach erst am 23. April mit dem Hauptquartier aus Jassy auf. nachdemer den drückenden Mangel seiner Soldaten durch große Transporte aus demInnern Rußlands beseitigt hatte. Zunächst eröffnete er den Feldzng mitder Belagerung Silistrias (17. Mai), verwandelte dieselbe jedoch bald in einebloße Einschließung, als er von den kühnen Bewegungen Reschid Pascha'sgegen Varna hörte. Dieser entschlossene Krieger hatte den Russen mancheSchlappe beigebracht, namentlich bei Pravody (17. Mai). Diebitsch be-schloß auf diese Kunde, sich mit einem Corps von Silistria aufzumachenund mit Heranziehung aller detachirten Abtheilungen sich nach einembeschwerlichen Marsche von fünf Tagen zwischen Schumla und das Heerdes Großveziers hineinzuschieben. Der Plan gelang; Reschid Paschaverlor am 11. Juni die blutige Schlacht bei Kniest scha und mußtesich mit den Trümmern seines Heeres nach Schumla werfen. Der Man-gel einer türkischen Flotte kam den Russen bei ihren ferneren Bewegungentrefflich zu Statten, da die Küsten des schwarzen Meeres ganz bloßge-