Band 
(1815 - 1854)
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Abdankung König Wilhelm's l.

(2. Kap.

bete der Streit zwischen beiden Niederlanden und befestigten sich die Friedens-hoffnungen wieder, welche in Europa beinahe gänzlich verschwunden waren.Belgien übernahm 336 Millionen Gulden der holländischen Staatsschuld,und erlangte seinen gegenwärtigen Umfang von 537 Quadratmeilen, mitmehr als vier Millionen Einwohnern.

König Wilhelm fand, daß durch das Scheitern aller politischen Ent-würfe seine Stellung in Holland untergraben war. Nicht nur, daß manden einst so hoch verehrten Monarchen blinder Hartnäckigkeit beschuldigte,und die Schuld drückender Staatslasten seinem Eigensinne zumaß, mischtesich die öffentliche Meinung sogar in seine Privatverhältnisse, und warfihmvor, daß er der Gräfin Henriette d'Oultremont zu Liebe unedlerGeldgier gestöhnt habe. Wilhelm mußte sogar erklären, daß er jede Ver-bindung mit der Gräfin aufhebe (25. März 1840), und außerdem einigeGesetze zur Regelung des Staatshaushalts sanctioniren, die ihm aus man-cherlei Gründen nicht zusagten. Das Wahlrecht, die Staatseinkünfte, dieVerhältnisse der Rechnungskammer, die Verantwortlichkeit der Ministerwurden durch Gesetze geregelt und ein zweijähriges Ausgabebudget einge-führt. Die Verwaltung der Colouien mußte sich der Controle der Gene-ralstaaten unterziehen und der König die Ucberschüsse der Colonicn zumBesten des Mutterlandes verwendet sehen. Wilhelm I. legte deshalb am7. October 1840 die Regierung nieder und verließ, im Besitz eines Ver-mögens von nahe an hundert Millionen Gulden, Holland. Als Graf vonNassau wendete er sich nach Berlin und vermählte sich dort mit seiner Ge-liebten, der Gräfin dDultremont (17. Februar 1841). ZweiJahre dar-auf rief ihn der Tod vor den Richterstuhl des Höchsten. Die Nachwelterst wird im Staude sein, ein gerechtes Urtheil über diesen jedenfalls merk-würdigen Herrscher zu fällen, der mit seltener Zähigkeit die Ehre der Kroneund seines Volkes aufrechtzuerhalten suchte. und mit der Biederkeit einesehrlichen und treuen Gemüths die Klugheit des Geschäftsmannes geschicktzu verbinden wußte.

11 . Die polnische Revolution im Jahre 1830 und 1831.Joseph Chlopicki. Johann Skrzynecki. Heinrich Dem-binski. Johann, Graf von Krukowiecki- JwanFeodoro-wttsch Paskewitsch, Grastvon Eriwan und Fürst vonWurf chau.

Als die kaiserliche Commission die Verschwörer des Jahres 1825in Untersuchung zog (S. 52), fand sie, daß die Fäden des großen Kom-plets auch nach Polen reichten. Fürst Jablouowski machte Geständnisse,'woraus sechshundert Polen eingekerkert und in Untersuchung genommenwurden. Indeß waren die Beweise ihrer Schuld so unerheblich, die In-