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Vorläufer der polnischen Revolution.
s2. Kap.
wahrscheinlich, daß Alexander diese Absicht hegte, und der Congreß, inseiner damaligen Stimmung, von dem national gesinnten Rußland undPreußen beeinflußt, ein altes Unrecht wiedergutmachen wollte, indemmit dem heutigen Congreß-Polen die übrigen polnisch-russischen Provinzen,als Litthauen, Podolien, Volhynien, ja sogar das Großherzogthmn Posen,vereinigt und unter die Obhut Rußlands gestellt werden sollten. Alleindie Furcht, welche Metternich und Castlereagh vor einem zu weiten Vor-rücken Rußlands nach Westen und vor einer Befestigung desselben durchein einiges und nach Wunsch regiertes Polen hegte, und die Schwie-rigkeit, Preußen für den Verlust seiner polnischen Provinzen und fürseine im letzten Kriege gebrachten Opfer zu entschädigen, bestimmten denCongreß endlich zu dem dermaligen Arrangement. Der Name Polenwurde wieder auf die Liste der europäischen Staaten gesetzt und mit ihmerwachten die Erinnerungen der Patrioten von der einstigen Größe undMacht ihres Vaterlandes, von seiner Unabhängigkeit, wie von seiner De-müthigung wieder. Rußlands wohlmeinender Herrscher wurde theils alsFremdling und Usurpator, theils als Vertreter des Despotismus gehaßt.Ein Theil des hohen Adels wurde durch Rußland zurückgesetzt, wie derunermeßlich reiche Fürst Adam Czartoryski, der von Alexanderzum Statthalter Polens ernannt zu werden hoffte; der niedere Adel, wiedie Gebrüder Niemojewski, Wladislaus Ostrowski, Wysocki und Za-liwski, sah sich durch die vorbereitete Aufhebung der Leibeigenschaft, wiedurch die Heranziehung zu Steuern, in manchen Vorrechten gekränkt, und ander Spitze des polnischen Heeres einen Russen von strengem herrischen Wesen.Die Gelehrten, Literaten und Akademiker endlich, wie Lelewel, Nabielak,Mickiewicz, Mochnacki fanden sich durch Rußland in der Freiheit derForschung und der Rede beschränkt und dachten an eine gründliche Um-gestaltung ihres Vaterlandes in socialer und politischer Beziehung. AlleParteien kamen daher in dem Einen überein, daß die Aussicht aus Ver-wirklichung ihrer theils ehrgeizigen, theils idealistischen Pläne sich nuran die Unabhängigkeit ihres Vaterlandes knüpfe. Damit war die ge-meinsame Loosung vorhanden,welchedie diplomatische und die constitutionelle,die militairische, wie die literarische Partei unter Eine Fahne schaartc.
Am Ende des Jahres 1828 stifteten die Lieutenants Peter Wy-socki und Zaliwski zwei Vereine, welche die Absicht hatten, den KaiserNikolaus zu ermorden, wenn er sich in Warschau zur Eröffnung desReichstages einstellte und dann gegen die Russen loszubrechen, welche, imKriege mit den Türken, weniger im Stande sei» würden, die Polen zuunterwerfen. Die constitutionelle Partei unter Ostrowski sollte voran-gehen und den Kaiser um Aufhebung der Zusatzacte bitten. Die vor-aussichtliche Weigerung des Kaisers würde den Verwand zum Losschla-gen abgegeben haben. Allein der Plan scheiterte an der Unschlüssig-