Band 
(1815 - 1854)
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111
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2. Kap.j

Ausbruch der polnischen Revolution.

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keit der Landboten. eine Thatsache, welche beide Parteien später zu ge-genseitigen Anfeindungen benutzten. Die Julirevolution näherte allePatrioten einander; das Landvolk wurde für die Revolution bearbeitet,eine Liste der provisorischen Regierung entworfen und der 18. Octoberals Termin des Aufstandes festgesetzt. Die russische Polizei griff aberhemmend ein; Peter Wysocki und viele Andere wurden festgenommen,Ersterer jedoch schon nach einigen Tagen wieder freigelassen. Wysocki unddie übrigen Verschworenen meinten, jetzt nicht länger warten zu dürfen,weil die Polizei sonst Alles entdecken konnte und der Kaiser ernstlicheAnstalten zur Bekämpfung Frankreichs traf, wodurch die polnische Armee,auf welche man vorzüglich rechnete, der Mitwirkung beim Aufstande ent-zogen worden wäre. Die Verschworenen beschlossen, den 29. November1830 loszuschlagen. Der Brand eines Brauhauses sollte zum Zeichendienen, um von verschiedenen Punkten Warschaus sich zu gleicher Zeit inMarsch zu setzen und die wichtigsten Plätze und Gebäude in Besitz zu nehmen.Namentlich erhielt Nabielakmit 16—18 Studenten und Fähndrichenden Auftrag, das Belvedere zu überrumpeln und den dort wohnenden Groß-fürsten todt oder lebendig zu sangen. Nabielak führte das Unternehmen glück-lich aus, und eroberte das Belvedere, wobei mehrere russische Generäle undGemeine niedergestoßen wurden; Konstantin entkam durch die Geistesgegen-wart seines Kammerdieners Friese und die Verschworenen suchten nicht weiternach, da sie einen der ermordeten Generäle für den Großfürsten hiel-ten. Auf den übrigen Punkten nahm der Aufstand anfangs eine un-glückliche Wendung. Nachdem Wysocki das Brauhaus angezündet, eilteer in die Unterfähndrichsschule und rief: „Polen, die Stunde der Be-freiung hat geschlagen; auf, laßt uns siegen oder sterben!" DieZöglingestürzten nach dem Waffensaal, ergriffen die Gewehre und marschirtennach den russischen Cavalerie-Casernen in der Hoffnung, das in die Ver-schwörung eingeweihte polnische Jägerregiment daselbst vorzufinden. Stattdessen trafen sie schon die Cavalerie in Reihe und Glied an, und mußtensich in die halb ausgebaute Radzivill'sche Caserne werfen, von wo sie eingut gezieltes Feuer unterhielten, das die stürmenden Russen zum Rück-züge nöthigte. Diese begaben sich hierauf nach dem Belvedere-Platze, wosie von: Großfürsten weitere Befehle erwartete». Allein Konstantin hattevöllig den Kopf verloren; die polnischen Generäle redeten ihm vor, daßdas Volk allgemein glaube, die Russen fielen über die Polen her und be-stärkten ihn in der Meinung, es sei besser, sich zurückziehen, da am Mor-gen sich der Irrthum schon aufklären würde. Die meisten russischen Ge-neräle waren dagegen auf dem Wege nach dem Sammelplatz in die Händedes Volks gefalle» und konnten den Großfürst nicht mit Rath und Thatunterstützen. Die Truppen entbehrten also der Anführer und der Aus-stand griff immer weiter um sich; denn Zaliwski hatte inzwischen das