Band 
(1815 - 1854)
Entstehung
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125
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2. Kap.)

Schlacht von Ostrolenka.

125

Dembinski mit 4000 Mann das rechte Ufer des Narew sichern. Erselbst näherte sich mit 30,000 Mann vorsichtig den Garden. GroßfürstMichael ahnte nichts von der Gefahr, die über seinem Haupte schwebte.In der Meinung, daß durch ein größeres polnisches Corps die BewegungenChlapowski's, unterstützt werden sollten, der mit 600 Reitern und 100Jnstructionsofficieren einen Durchgang nach dem jetzt insurgirten Lithauensuchte, schickte Michael Streiscorps aus, die ihn benachrichtigten, daß die Po-len größere Massen zu entwickeln schienen. Am 17. Abends stand Skrzyneckidicht an den russischen Vorposten bei Sniadowo, zum morgigen Angriffentschlossen. Da meldeten ihm die Feldwachen, es werde nach Ostrolenkazu Kanonendonner gehört. Ueberzeugt, daß derselbe von einem Gefechtzwischen Dembinski und dem russischen General Sacken, der den Vor-trab der Garden commandirte, herrühre, sandte er sogleich Gielgud mit14,000 Mann zur Unterstützung Dembinski's ab. Natürlich fühlte er sichselbst zum Angriff auf die russische Kerntruppe zu schwach. Sacken zog sichglücklich aus der Gefahr, ohne sie vom russischen Hauptcorps abwendenzu können; denn Gielgud und Dembinski umgingen über Lomza die Rus-sen, in der Absicht, beim ersten Kanonenschuß, den Skrzynecki thun würde,die Feinde im Rücken zu fassen. Skrzynecki zauderte jedoch den ganzen18.; er zauderte den 19. Mai, als er schon bemerkte, wie die Russensich behutsam aus den verhängnißvollen polnischen Wetterwolken zogen,die sie bei längerem Verweilen unfehlhar zerschmettert haben würden.Nachher verfolgte Skrzynecki die Russen zwar bis Tykoczin, allein ohneandere Vortheile, als die Ergreifung einiger Marodeurs zu erzielen. Plötz-lich ließ er die Russen los und zog sich nach Ostrolenka zurück, wohinihm die übrigen Heeresabtheilungen folgen sollten. Dadurch gewann Die-bitsch, der Lubienskt geworfen hatte und in Eilmärschen nahte, Raum undZeit, sich mit den Garden zu verbinden. Der russische General, welchersich durch die polnischen Manövers compromittirt fühlte, beschloß, den Poleneine Lehre zu geben. Er griff sie am 26. Mai bei Ostrolenka mit40,000 Mann an, ohne die 20,000 Garden, welche ein bis zwei Meilenzurückstanden. Die Polen zählten nur 30,000 Mann, da Skrzynecki ver-absäumt hatte, zur rechten Zeit Gielgud's Division von Lomza herbeizu-rufen. Lubienski vertheidigte Ostrolenka mit 12,000 Mann äußerst tap-fer, während das übrige Heer über die zwei Narewbrücken zog, um aus denAnhöhen des rechten Ufers sich festzusetzen. Die Russen stürmten das ver-barricadirte Ostrolenka, vertrieben die Polen, eroberten mit bewunderns-würdiger Kühnheit die Brücken, setzten sich hinter dem Fahrdamm fest,und bestrichen von hier aus die Polen, von denen Skrzynecki immer neueSchaaren herbeiführte, um die wichtige Position wiederzunehmen. End-lich dringen die Russen über die Brücken und ordnen sich zu AngriffSco-lonnen, zwingen aber damit ihre eigenen Batterien auf dem höheren linken