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Schlacht von Ostrolenka.
s2. Kap.
Ufer, zu schwelgen. Da langte der polnische OberstBem mit einer reitendenBatterie von zehn Kanonen aus dem Schlachtfelde an, und ließ sie sofort inden Feind schmettern. Prondzynski raffte zusammen, was noch vonInfanterie da war, griff an, und jagte die Aussen über die Brücken. Bempostirte sich aus dem Fahrdamm und unterhielt ein so heftiges Feuer, daßDiebitsch Abends um 8 Uhr diese furchtbare Schlacht abbrach, welche denRussen 9000, den Polen 7000 Menschenleben kostete. Diebitsch rühmtesich des Sieges, als die Polen den Rückzug nach Warschau antraten. Wiegern hätte Skrzhnecki, dem in der Gefahr der Muth gewachsen war, nocheinmal angegriffen, wenn man nur überhaupt noch Munition und eine Ar-mee gehabt hätte. Aber sämmtliche Bataillone waren von den russischenKartätschen so gelichtet worden, daß von jedem nur wenige Mann aus derSchlacht zurückkamen, die Officiere größtentheils gefallen waren, und dieMannschaften bestürzt auf dem Schlachtfelde nach ihren Feldzeichen um-hcrsuchten. Traurig kehrte die Armee, von Diebitsch schwach verfolgt, nachWarschau zurück, das sie vor wenig Wochen mit den schönsten Hoffnungenverlassen hatte. Nur Eins war erreicht; Chlapowski war am 21.nach Lithauen entkommen. Hierher richtete sich nun das Augenmerk despolnischen Kriegsraths, 'in der Absicht, frühere Fehler und Verluste wiedergutzumachen. Noch auf dem Schlachtfelde von Ostrolenka entschied derKriegSrath, daß Gielgud mit seiner Division nach Lithauen ziehenmüsse. General Dembinski war erbötig, mit der posenschen LegionGielgud diesen Befehl zu überbringen und sich dem verhängnißvollenZuge anzuschließen, von dessen Gelingen das Schicksal Polens überhauptabhing. Im südlichen Polen stand ebenfalls ein glücklicher Handstreich be-vor, indem Chrzanowski von Zamosc ausrücken und den ausVolhy-nien kommenden Rüdiger einem von Warschau zu entsendenden Corpszutreiben sollte. Nehmen wir noch dazu, daß am 10. Juni 1831 derGras Diebitsch, nach einem Gastmahl, das er dem kaiserlichen Abge-sandten Grafen Orloss zu Ehren gegeben hatte, an der Cholera er-krankte und bald daraus starb*), daß diese fürchterliche Seuche, welche da-mals von Osten her Europa zuerst durchzog, im russischen Heere fürchter-lich aufräumte, daß der russische Soldat unausgesetzt die größten Entbeh-rungen, den furchtbarsten Mangel zu leiden hatte, daß Rußland, aus denFlanken von Ausständen bedroht, keine andere große Armee von Uebungund Disciplin mehr aufzustellen hatte, während in Polen noch nicht ein-mal das allgemeine Landaufgebot erlassen worden war, und der polnische
') Am 27. Juni starb der Großfürst Konstantin nach einem ähülichenGastmahl Orloff's zu Witepsk, und am 29. November folgte ihm seineGattin nach. Konstantin soll sich über die Siege der Polen — eineFrucht seiner ausdauernden Exercitien — heimlich gefreut haben.