Band 
(1815 - 1854)
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133
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2. Kap.s

Ende der polnischen Revolution.

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mentern blieben nur noch fünfzig Pferde übrig. Schrecklich wüthete derKampf umCzyste, wo das vierte Regiment seine letzten Heldenthaten ver-richtete. General Bem fegte das Glacis durch ein wohlgezieltes Feuer. DieRussen und Polen setzten das Aeußerste daran, die Einen, um den Kampfvor der bald erwarteten Ankunft Ramorino's zu enden, die Anderen, dieEntscheidung bis dahin aufzuhalten. Da erscholl Plötzlich die Kunde, daßKrukowiecki, nachdem er einen demüthigen Unterwerfungsbricf an den Kai-ser geschrieben, mit Paskewitsch capitulirt habe. Am 8. September räumtedie polnische Armee mit allen Kriegsgeräthen Warschau. Der Reichstagund eine unzählige Menge Warschauer Bürger folgten ihr meist zu Fußnach. Krukowiecki, Chrzanowski und ProndzynSki blieben zurück. Der Er-stere hoffte vergeblich auf einen Dank der Russen; die Erstürmung War-schaus hatte zuviel Blut gekostet, - 20,000 Mann waren theils todt,theils verwundet, — als daß die Russen sich dem Vcrräther hätten ver-pflichtet fühlen können.

Die polnische Armee zog nach Modlin, in der Hoffnung, Ramo -rino schon vorzufinden. Dieser General hatte aber einen Rückzug fürunmöglich gehalten. Er ging vielmehr bei Zawigost über die Weichsel, umsich im Krakauischen mit Rocycki zu vereinigen, wurde aber vonRosenauf galizisches Gebiet gedrängt und dort am 17. September von denOesterreichern entwaffnet. Höhnisch bliesen ihm die russischen Trompeterdas polnische Schlachtlied: „Noch ist Polen nicht verloren!" nach. DasHauptheer von 30,000 Mann mit 90 Kanonen wurde von Rybinski be-fehligt, und beschützte die in Zakroczyn tagende Reichsversammlung. Ry-binski, ein stiller, frommer Mann, aber zum Oberfeldherrn untauglich, ver-ließ sich auf die diplomatischen Unterhandlungen mit den Russen. DerReichstag kannte die Vergeblichkeit derselben und setzte, als Rybinski fortunterhandelte, denselben ab. Als sich der neuernannte GenerallisflmusUminski vor der Front des Heeres zeigte, erhoben mehrere Regimenter eindrohendes Geschrei und Uminski mußte seine Stelle an Rybinski wiederabtreten. Da erhielt Paskewitsch die Nachricht vom Untergang Ramorino's,den er bisher noch gefürchtet hatte. Nun spannte er andere Saiten aufund forderte von Rybinski vollständige Unterwerfung. Lieber wollten diePolen in die Verbannung gehen. Der Reichstag flüchtete schon am 25.September nach Preußen und Rybinski folgte am 3.Oktober mit 24,000Mann, nachdem der wuthentbrannte Dembinski mit einer Batterie dennachdringenden Russen den Abschiedsgruß zugesendet und mit einem mör-derisch einhauenden Reiterregiment ihnen ein fürchterliches Andenken zu-rückgelassen hatte.

So endete diese großartige Tragödie der neuesten Zeit. Ein kühnesHeldenvolk, den letzten Kampf für die Unabhängigkeit des Vaterlandes käm-pftnd, geht, nachdem es zwei überlegene feindliche Armeen besiegt und die