2. Kap.)
Dic ReformbiA.
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durch neue Pairsernennungen unwirksam machen wollte, was die Erbit-terung der Tories gewaltig mehrte. Am 22. März erfolgte zwar diezweite Lesung der Reformbill, aber nur mit der Mehrheit von EinerStimme (302 gegen 301) und am 21. April unterlagen die Ministergänzlich, obwohl die Aufregung des Volks gegen die Tories immer dro-hender wurde. Der König beschloß, das Parlament aufzulösen. Erfuhr am 22. dahin und hatte Gelegenheit, einem pöbelhaften Auftritte imHause der Lords beizuwohnen, welche, der Marquis Londonderry voran,sich der Auslösung widersetzen wollten, und den Ministern mit-den Fäustendrohten. Im Unterhause ging es auf Veranlassung einer Rede Peel'sfast noch toller zu. Alles sprang aus die Bänke und ballte gegen einan-der die Fäuste. Die Verwirrung war unbeschreiblich. Der Eintritt desKönigs ins Oberhaus und das Erscheinen des königlichen Boten im Un-terhause, welcher die Gemeinen in die königliche Sitzung beschick, machteden widrigen Auftritten ein Ende, die nur im Kleinen Das abspiegelten,was draußen auf dem Markt des Volkslebens vorging. Der Königverlas nun eine Thronrede, welche die Auslösung des Parlaments verkün-digte. Die halben Reformer und die Radicalresormer, die Tories unddie talentlosen jüngeren Söhne der hocharistokratischen Familien, deren Ver-sorgung ein verrotteter Flecken war, kehrten nach Hause zurück, um, wiedie Times sagte, die Angelegenheiten der Nation nicht mehr verderbenzu können.
Die Neuwahlen fielen ministeriell aus; an vielen Orten erlangtendie Tories nur dann die Stimmenmehrheit, wenn sie den Wählern we-nigstens eine theilweise Reform versprachen. Am 27. Juni wurde dasParlament wieder eröffnet. Das Ministerium erhielt die Bill fast gänz-lich rein von den Amendements der Gegner und brachte sie am 20 Sept.ins Oberhaus. Hier wurde sie von Lpndhurst und Wellington bekämpft,von Grey, Holland und Broughain vertheidigt. Die Erbitterung der To-ries ließ die Bill mit einer Majorität von 41 Stimmen verwerfen.Darauf richtete das Unterhaus eine Adresse an den König, daß die Mi-nister das Zutrauen der Nation nicht verloren hätten, und das Volk be-ging gegen die Ultratories gröbliche Excesse. Wellington, der Herzog vonCumberland, der Marquis von Londonderry geriethen in persönliche Ge-fahr und mußten in ihren Häusern bewacht werden.
Das Parlament ward vertagt. Bei Wiedereröffnung desselbenempfahl der König beiden Häusern die größte Einigkeit und erkannte dieUnabweislichkeit der Reform an. Lord Russell legte am 12. Dec. eineetwas veränderte Reformbill vor, worin die erblichen Wahlrechte erhaltenwaren. In der dritten Lesung mit 116 Stimmen Majorität angenom-men (22. März 1832), ward sie am 26. dem Oberhause überreicht. Hierkam es diesmal zur zweiten Lesung, oder zur Debatte über das Princip.
Weltgeschichte, III. j Z