206 Die Ministerien Koreno und Jsturiz. 12. Kap.
gern hervor; das Uebrige thaten die Grausamkeiten der christinischenGeneräle.
Der ewige Wechsel der Oberbefehlshaber im christinischen Heere unddie politischen Parteiungen im christinischen Spanien trugen zum Erfolgeder carlistischenWaffen nicht minder bei. M in a konnte durch die geschick-testen Manoeuvres seinem gewandten Gegner Zumalacarreguy nicht bei-kommen, und Valdez erlag demselben in der dreitägigem Schlacht vonEstella (1835). Die Gährung im Innern war durch das „königlicheStatut" vom 10. April 1834, das den aus zwei Kammern (Proceresund Procuradoren) bestehenden Cortcs nur das Recht derBerathungköniglicher Gesetze und das Recht einer beschränkten Steuerbewilligungbeilegte, nicht beschwichtigt. Die Kriegsnoth und der Choleraschreckenmehrten die Unzufriedenheit und erzeugten jene entsetzlichen Greuel anPriestern und Mönchen, denen die Regierung unthätig zusah. Die Radi-kalen benutzten diese Verwirrung, um von der Regentin die Aufhebungdes Jnquisitionsgerichts und des Jesuitenordens zu erwirken. Bei denCortes, welche am 24. Juli 1834 eröffnet wurden, stieß die Regierungauf den Widerspruch der Radikalen, sodaß Martine; de la Rosa abtratund Graf Toreno das Präsidium im Ministerium übernahm (2. Juni1835). Mendizabal wurde Finanzminister. Außerhalb der Cortes warder aufrührerische Geist nicht minder bedenklich. Am 18. Januar 1835empörte sich in Madrid ein ganzes Regiment unter Cardero und ermor-dete den Generalcapitain Canterac. Die Regierung sah sich genöthigt,mit de» Aufrührern zu unterhandeln, was ihr Ansehen heftig erschütterte.Ueberall wurden blutige Excesse verübt und Provinzialjunten errichtet.Die Sache Jsabella's schien verloren. Da trafen drei glückliche Ereig-nisse zusammen, weiche die Christines noch einmal retteten. Das eineEreigniß war der Sieg über eine demokratische Erneute in Madrid (16.August 1835), der eine Kräftigung des Gouvernements zur Folge hatte,das andere war der Tod des ausgezeichneten Zumalacarreguy, dervor Bilbao (14. Juni 1835), welches von seinen Bürgern wacker ver-theidigt wurde, siel; das dritte endlich war dieAbsendung der algierischenund einer englischen Fremdenlegion unter Lacy Evans, welche Christinenzu Hilfe eilten (August 1835). Der französische Minister Thiers hättegern noch mehr für die Christines gethan, um Spanien an FrankreichsPolitik zu ketten; aber Louis Philipp, der die Spannung, in welche er we-gen der Quadrupelallianz mit den absoluten Großmächten gerathen war,nicht verschlimmern wollte, entsetzte Thiers seines Amtes (1836).
Indeß hätte die Hilfe der französischen Fremdenlegion nicht hinge-reicht, um die Stimmung der Spanier gegen die Regentin zu ändern, dieüberhaupt wegen ihrer Liebschaft mit dem Leibgardisten Munoz bei denehrbaren Spaniern alle Achtung verscherzt hatte, wenn nicht Christine