Das Ministerium Thiers.
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spalt zwischen der Regierung und den Kammern kund, da erstere die Be-hauptung der Colonie für eine Ehrensache hielt und letztere die Wichtig-keit Algiers in keinem Verhältniß zu den Kriegskosten fanden. Die De-putirtenkammer sandte deshalb eine Commission nach Algier, um die Sachezu untersuchen. Diese legte das rühmlichste Zeugniß von der Verwal-tung des Commandanten Boirol ab, der die schlimmen Seiten einervon Clauzel erfundenen und von Berthezsne, Savary und Avizard be-folgten Maßregel wieder gutzumachen suchte, die darin bestand, daßman die früher herrschende Classe der Türken vor den Ureinwohnern(Kabylen) bevorzugte. Dennoch konnte Voirol nicht verhindern, daßsich in der Provinz Oran ein junger Araber, Abd- el- Kader, festsetzte,der durch religiösen Fanatismus, Tapferkeit und List sich zum Führerseiner Landsleute aufgeschwungen hatte. Als die Algier'schen Verhält-nisse in den Kammern zur Sprache kamen, stellte sich das Gerücht alsunwahr dar, als ob Karl gegen England eine Verpflichtung hätte, Algiernach der Eroberung wieder aufzugeben.
Die Regierung war zwar der Kammern sicher, hatte aber noch dreimächtige Institutionen gegen sich, die von ihren Feinden mit Erfolg be-nutzt wurden: die Presse, das Vereinsrecht und das Geschwornengericht.Gegen diese Institutionen richtete der König, — welcher von nun alsdie Seele jedes Ministeriums galt —- seine Absichten; er ging von denMaßregeln des Widerstandes zu denen der Einschüchterung über. Diegrößtentheils oppositionelle Presse brachte durch Ausrufer und Verkäufereinzelner Nummern ihre Waare und ihre Ansichten auch in die unterstenSchichten der Gesellschaft. Die Vereine bildeten die Stützpunkte derRepublikaner; namentlich trug der Verein der Menschenrechte einen höchstbedrohlichen Charakter, da ihn Cavaignac vollkommen organisirt undseine Mitglieder mit Waffen versehen hatte. Die einzelnen Sectionendieses Vereins durften zwar nicht mehr als zwanzig Mann stark sein, corre-svondirten aber unter einander. Stellte nun die Regierung einzelne Re-dacteure und Publicisten, oder einige Mitglieder der Associationen, denensie staatsgefährliche Pläne nachweisen konnte, vor die Assisen, so kam esnicht selten vor, daß das Gouvernement eine Niederlage erlitt und dieAngeklagten von den Geschwornengerichten freigesprochen wurden. Unddennoch hatten diese letzteren nicht grade eine dem Bürgerkönigthume un-günstige Einrichtung! Die Regierung besaß in dem GeneralprocuratorPersil einen Mann, der aufs Redlichste von der Schädlichkeit der be-stehenden Preßeinrichtung durchdrungen war und die Schriftsteller auf'sBitterste verfolgte. Er stellte den Antrag, den Straßenhandel mit Zei-tungen zu verbieten, und die Kammer nahm denselben im December 1833an. Der Socialrepublikaner Cabet hatte bei der Bekämpfung dieses Ge-setzes, welches den kleinen Blättern den Untergang brachte, das König-