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Stellung Englands zur Pforte.
Weisung aller Armenier unter den Katholikos, der in dem Kloster Etsch.mindsin (bei Eriwan) residirt. Die Pforte willigte ein, daß der neuePatriarch von Konstantinopel den Katholikos anerkennen durfte, bat sichaber einen Gegendienst aus, der darin bestand, daß Rußland seine Kriegs,sorderungen ermäßigen möchte. Der Kaiser gab das gern zu, in derHoffnung, daß die finanziell zerrüttete Pforte auch den Rest nicht würdeaufbringen können. Plötzlich war das Geld da und die russischen Trup-pen mußten nun tractatenmäßig Silistria räumen (1836). Die Türkeiwar frei von unbequemen Freunden.
Mahmud hatte unterdessen schon Alles vorbereitet, um MehemedAli angreifen zu können. Zu dem Zweck hatte Redschid Mehemed 1834und nachher Hafis Pascha das Land der Kurden unterworfen, um vonOsten her in Syrien einzudringen, da die Tauruspäffe sich in ägyptischerGewalt befanden. Im Jahre 1839 waren alle Hindernisse beseitigt,die Kurden besiegt, und Mahmud erließ auf Anstiften Palmerston's denHattischerif von Gülhane (publicirt 3, Nov. 1839), wodurch die Fi-nanzverwaltung der türkischen Provinzen geordnet und die Grundsätzeder Rechtsgleichheit und Glaubensfreiheit verkündigt wurden, und schloßmit England einen Handelsvertrag, der das Monopol vernichtete, welchessich Mehemed Ali hinsichtlich aller Landesprodncte angeeignet hatte.Frankreich, um die Hände nach beiden Seiten frei zu haben, trat diesemBündniß zum Schein bei; Mehemed Ali sah nicht ohne Bangen der Zu-kunft entgegen. Zwar hatte er sich mit Rußland und Persien geeinigtunv dem Sultan in Bosnien und Albanien manche Verlegenheiten berei-tet. Allein die Energie, mit welcher Palmerston verfuhr, indem er eineFlotte nach den Dardanellen sandte, und Persien und Afghanistan be-drohte, ferner das entschiedene Auftreten Metternich's zu Gunsten derPforte, zeigten ihm und seinen Verbündeten im Hintergründe die Wechsel-fälle des Krieges, welchen sie alle zusammen fürchteten. Mehemed Alilegte sich aufs Unterhandeln; er versprach, dem Hattischerif von Gülhanenachzukommen, wenn man ihm sechs Jahre Zeit lasse, um seine Finanzenanders einzurichten, und wenn ihm der Sultan den erblichen Besitz Sy-riens, Aegyptens und der Heiligen Stätten sichere. Der Sultan lehntediese Bedingungen ab und es kam zum Kriege. Die Schlacht bei Nisibam Euphrat, welche Hafis Pascha wider den Rath des preußischen Ma-jors von Moltke gegen Ibrahim annahm (24. Juni 1839), fiel so un-günstig für die Türken aus, daß sich ihr ganzes Heer auflöste. Der Sul-tan vernahm diesen Schlag nicht mehr; schon am 1. Juli verschied er,und ihm folgte sein sechzehnjähriger Sohn Abdul Meschid, der nichtden kräftigen Geist des Vaters besaß. Rußland glaubte, der Zeitpunktsei gekommen, das schwache Osmanenreich über den Haufen zu werfen.Es überredete, im geheimen Einverständniß mit Frankreich, den Kapudan