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Die Vorgänge im Kaukasus.
s2. Kap.
auf, und der Vladika Peter ging deshalb nach Petersburg und ließ sichzum Bischof weihen (1837). Die räuberischen Streifzüge der Monte-negriner ins österreichische Gebiet nöthigten den deutschen Kaiserstaat zueinem Feldzuge. Rußland vermittelte aber den Frieden (1840). DerBusen von Cattaro, welchen die Montenegriner beanspruchten, blieb zwarbei Oesterreich; allein es unterliegt keinem Zweifel, daß Rußland bei gün-stiger Gelegenheit, wenn es sich im Norden des Balkans bis ans adriatischeMeer durchschlängeln könnte, die noch nicht geschlichteten Ansprüche Mon-tenegro's auf den schönen, geräumigen Hafen von Cattaro erneuern würde.
Die russischen Bestrebungen im Südwesten werden durch jene imSüdosten, nach Kleinasien und Perfien hin, ergänzt. Der Schlüssel zuVorderasten ist der Kaukasus, jener Isthmus, durch welchen Rußlanddie Verbindung mit Georgien und Armenien unterhalten, das persischeReich und Ostindien bedrohen kann. Diese Bedeutung des Kaukasuswurde immer einleuchtender, als Rußland, abgeschreckt von den aufreiben-den Kriegen mit den Kaukasusvölkern, einen anderen Weg ins InnereAsiens suchte, und vie Expedition nach Chiwa unter Perowskiausrüstete. Der klägliche Ausgang dieses kostspieligen Unternehmens(1839) wies Rußland nochmals auf die unumgängliche Bezwingung desKaukasus hin. Die armenische Religion diente in zweiter Linie dazu,um die Rusfificirung jenes Gebirgslandes zu vollenden. Im Jahre1802 erwarb Rußland Georgien, im Jahre l813Daghestan undSchir-wan am caspischen Meere. Im Frieden von Ndrianopel trat die Pfortedie östliche Küste des schwarzen Meeres ab, obwohl die Türkei gar nichtdarüber zu verfügen hatte. Rußland betrachtete nun den Kaukasus, „dieanwohnenden Völker" als sein Eigenthum, und machte sich daran, ihnen„das Räuberhandwerk" zu legen. Der Krieg begann Seitens der Russengegen die Kaukasusvölker im Jahre 1829, aber nur mit kleinen Massen.Erst 1834, als man sah, daß die im Lande errichteten Festungen vonden Kaukafiern bei günstiger Gelegenheit zerstört und die Russen über-fallen wurden, begann man, den Krieg systematisch zu führen. Dieäußere Noth hatte jedoch die verschiedenen Völkerstämme im Kaukasus,die sich bisher heftig befehdet hatten, enger zusammengeführt. Der PriesterKasimullah war eS, welcher, indem er die altperstsche Sufilehre voneiner hierarchisch-gegliederten Kirchen - und Staatsgemeinschast erneuerte,die Völker des Kaukasus gegen die Russen vereinigte. Als Kasimullahvon Rosen besiegt und getödtet worden war (1831), ergriff der JmamSchamyl die geistliche Herrschaft und das Feldherrnamt, und führte esmit solcher Kraft, daß die Russen trotz aller Siegesbulletins keine Fort-schritte machen konnten. Im Jahre 1834 kam David Urquhartnach dem Kaukasus, „um Rußlands Geheimniß dort zu enträthseln undElemente zu studiren, die für Englands Größe, und für die Wohlfahrt