Band 
(1815 - 1854)
Entstehung
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235
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2. Kap.)

Die Kämpft in Serbien.

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die Serbier der Pforte wieder Preis. Durch die listigen RathschlägeRußlands verleitet, machte Georg allerlei militärische Fehler und floh zu-letzt inS Oesterreichische (1813). Als er später zurückkehrte, wurde ervon den Leuten des Milosch ermordet. Die Türken rächten sich aussSchauderhafteste an den Serbiern, was diese nicht lange ertrugen, son-dern unter Milosch's Führung nochmals zum Schwerte griffen (1815).Milosch kämpfte so wacker, daß ihn das Volk zum Fürsten wählte (1817),und die Pforte sich zu einem Frieden bequemte (1820), der gegen einenjährlichen Tribut von 50,000 Ducaten den Serbiern die heißersehnteFreiheit gewährte. Milosch war ein Mensch voll ungezäbmter sinulicherLeidenschaften, wollüstig, grausam, gewaltthätig, herrschsüchtig und geld-gierig, dabei dem russischen Interesse ergeben, das ihm zur erblichen Für-stenwürde verhelfen sollte. Rußland war jedoch so klug, die beim Volkeverhaßte Person des Milosch nicht zu bevorzugen; wohl gedachte es aberder Serbier im Frieden von Adrianopel und wirkte ihnen jegliche Freiheitin der inneren Verwaltung, und die Abtretung alles türkischen Eigen-thums im Lande aus. Im Jahre 1835 brach ein Aufstand unter Wut-schitsch und Petroniewitsch aus, durch welchen Milosch genöthigt wurde,eine Verfassung zu beschwören (2. Februar 1835), die Dawidowich nachabendländischen Mustern entworfen hatte. Die Pforte verwarf diese un-passende Verfassung,, worauf sie Milosch sogleich beseitigte und die Pa-trioten aufs Heftigste verfolgte. Darin wurde er von dem englischenConsul Hodges bestärkt, der, befriedigt durch einen Handelsvertragzwischen Serbien und England, die Sache der Freiheit anfzuopfernbereit war. Dafür nahm sich Rußland der vertriebenen Patrioten an,setzte sie in ihr Vaterland wieder ein und unterstützte bei der Pforte ihrGesuch um eine Verfassung (1838). Diese Verfassung bestimmte, daßdem Fürsten ein Senat aus vom Fürsten zu ernennenden Mitgliedern zurSeite stehen, und die Herrschaft mit dem Fürsten theilen sollte. Miloschbüßte den Versuch eines zweiten Versassungsbruchs mit seiner Vertreibung(13. Mai 1838). An seine Stelle trat sein ältester Sohn Milan, undals dieser schon nach einigen Monaten starb, sein jüngerer Sohn Michael,-nachdem der vom Senat gewählte Sohn Czerni Georg's, Alexander, vonRußland mit Protest zurückgewiesen war. Die Dankbarkeit gegen Ruß-land vermochte Michael zur Absetzung der russenfeindlichen Räthe Petro-mewitsch und Wutschitsch.

In Montenegro, dessen tapfere Bewohner unbezwungen inihren Bergen lebten, besaß Rußland alte Sympathien. Das damaligeweltliche Oberhaupt Montenegro's, der Gubernator Radonitsch,wurde von dem Vladika PeterH. vertrieben, einem jungen Mann, dersein Volk der abendländischen Cultur in die Arme führen wollte. Oester-reich nahm jedoch die Vertreibung des ihm ergebenen Gubernators übel