2. Kap.j
Der Krieg in Afghanistan.
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vortheilhaste» Positionen herausgedrängt und mußte seine vorgeschobenendiplomatischen Posten einziehen. Rußland grollte deshalb den „britischenKrämern" und es schien eine Zeitlang, als ob es jede Communication mitEngland abschneiden wollte. Dieses ließ sich aber nicht einschüchtern.
Afghanistan, das früher aus einer Menge unabhängiger Fürsten-thümer bestand, war durch den eisernen Willen Achmed Schah's zu einemReiche verbunden worden <1747). Bei dem Tode seines Sohnes Timurlöste sich der Staatsverband wieder auf, indem Achmed's Enkel einander be-kriegten. Mahmud erlangte 1809 das Uebergewicht über seine Brüder durchdie kriegerischen Talente seines Ministers Fathi Khan, aus der Familie derBaruksis. Mahmud dankte es ihm jedoch schlecht und ließ ihn vexrätherischermorden (1818), worauf die Brüder des Getödteten sich erhoben undMahmud verjagten. Der Sohn des Letzteren, Kawran. hielt sich inHerat,während die Baruksis die Herrschaft des übrigen Afghanistan unter sichtheilten. Unter diesen Fürsten ragte DostMohamed durch Klugheitund Tapferkeit hervor, wurde aber durch den „Löwen deS Pendschab", denSikh König, Rundschit Singh, fortwährend beunruhigt. Mit die-sem verband sich nämlich ein Sohn Timur'S, Schudschah, welcher beider ostindischen Compagnie Schutz und Unterhalt gefunden hatte, undsagte ihm einen Theil des afghanischen Reichs zu, wenn er ihm zur Wie-dererlangung seines väterlichen Erbes behilflich wäre. Rundschit willigteein und bemächtigte sich fast ganz Peschawers, während Schudschah vonDost Mohamed besiegt wurde.
Dieser Angriff Schudschah's vermehrte das Mistrauen Dost Mo-hamed's gegen England. Er sah sich daher nach einer andern Macht um,aus welche er sich mehr verlassen könnte, wenn Rundschit seine Eroberun-gen ausdehnen wollte. Rußland bot sofort seine Hand hilfreich an undsandte einen Unterhändler Witkowitsch nach Kabul mit eigenhändigenBriefen des Czaren und des persischen Schahs (1837). Kaum hatteder englische Gesandte davon Wind erhalten, als er den General-Gou-verneur von Ostindien, Lord Auckland, davon in Kenntniß setzte und dieGefahren, welche aus einer Verbindung Afghanistans mit einer westlichenMacht für England erwachsen könnten, bezeichnete. Auckland forderte,daß DostMohamed den russischen Gesandten fortweisen sollte, was diesernatürlich verweigerte. So blieb nichts anderes übrig als Krieg: dieCompagnie führte ihn aber nicht in ihrem Namen, sondern in dem desSchah Schudschah und zog Rundschit in ihr Interesse (1838). DerFeldzug gegen die Afghanen war kurz und siegreich, aber mit vielen Be-schwerden verbunden. Am 4. August 1839 zog Schudschah in Kabulein, während Dost Mohamed nach Perfien entfloh. Im Jahre 1840machte Dost zwar einen Versuch, sein Land wieder zu erobern, fiel aberin englische Gefangenschaft.