Band 
(1815 - 1854)
Entstehung
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279
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3. Kap.)

Das Ministerium Haffenpflug.

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dan freigesprochen hatte (1845), durch Versetzung zur Generaldirectionder Eisenbahnbauten. Der ministerielle Druck, welcher den Bürger-,Bauern- und Beamtenstaud beschwerte, erreichte eine unerträgliche Höheund dehnte sich nnklugerweise auch auf den Militairstand aus. der, ohne-hin seines aus die Verfassung geleisteten Eides eingedenk, noch Kränkun-gen erduldete, die ihn nicht geneigt machten, sich zu willenlosen Werkzeu-gen ministeriellen Despotismus herzugeben. Unter solchen Umständen wagtees Friedrich Wilhelm nicht, die Verfassung aufzuheben, wie er bei dem inFrankfurt a. M. erfolgten Tode seines Vaters (1847) beabsichtigte, ob-wohl der alte Kurfürst in seinem Testamente erklärt hatte, daß er bei derErtheilung der Verfassung unter keiner äußeren Nöthigung gestanden habe,und die Verfassung als ein Zeugniß seines ernsten Willens gelten solle,das wahrhafte Glück des Volks dauernd zu begründen. Der neue Kur-fürst zog statt der Aufhebung der Verfassung die Revision vor und dieStände des Jahres 1847 und 1848 zeigten sich sehr gefügig. Ueberdem Lande aber lastete eine dumpfe Gewitterschwüle, die beim erstenZucken der Blitze aus Paris die gefährlichste Katastrophe herbeiführte,welche das deutsche Fürstenthum im Jahre 1848 erlebt hat.—Der Stein-krieg zwischen Nassau und Großhessen (1841) und der KöthenscheStaatsbankerot (1842) gehörten nicht gerade zu den Glanzseiten derdeutschen Kleinstaaterei.

31 . Schleswig-Holstein und Dänemark. Deutschlandund das Skandinaventhum.

Die feindselige Stellung, welche Schweden und Dänemark seit fastzwei Jahrhunderten gegen einander beobachtet hatten, war allein Rußlandzu gute gekommen und hatte dessen Ausbreitung an den baltischen Küstengefördert. Jener Zwiespalt hatte Dänemark um Norwegen, Schwedenum Finnland gebracht. Schweden besaß noch 1790 eine Flotte von fünf-undzwanzig Linienschiffen und sechszehn Fregatten, und konnte mit seinerRuderflottille von Sweaborg aus jeden Augenblick St. Petersburg bedro-hen und Kronstadt unschädlich machen. Jetzt, nach dem Verlust Finnlands,ist die schwedische Flotte aus zehn Linienschiffe und acht Fregatten herab-gesunken und Schweden betrauert den Verlust der ausgezeichneten finnischenMatrosen. Stockholm liegt einem Angriffe Rußlands offen; die schwedischenLandgrenzen find vertheidigungslos. Auch die Marine Dänemarks hat sichseit dem Schlage von Kopenhagen (N. G. S. 349) nicht mehr erholenkönnen und es kann Norwegen, das ihm seine Seeleute lieferte, nicht ver-schmerzen. Nach dem Wiener Congreß besannen sich Schweden und Dä-nemark, daß sie beide die Herren des Sundes seien, daß sie die Schlüsselder Ostsee verwahrten und Rußland wie England erfolgreichen Widerstand