Band 
(1815 - 1854)
Entstehung
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303
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3. Kap.)

Folgen der Finanznoth in Spanien.

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tution hin, wonach die Königin nicht Vormünder!» sein könne, weil siesich seit 1834 mit Munoz verheirathet habe.

Die größte Notb erwuchs der Regierung aus den Finanzen, welchesich in solcher Unordnung befanden, daß die Zinsen der beiden letz-ten Jahre schon capitalisirt und mit 2'/^ p. C. verzinst worden waren.Das Budget wies eine Ausgabe von 1100 Millionen Realen und eineEinnahme von 886 Millionen Realen nach. Der Sold für dasHeer konnte kaum bezahlt werden, viel weniger der Gehalt für die an-deren Beamten, und noch weniger ließ sich für die Bildung des Volks,die allerdings sehr traurig bestellt war, etwas thun. Das sittliche Bewußt-sein war durch die Reaction Ferdinand's VII., durch den Bürgerkriegund das entsetzliche, den persönlichen Interessen dienende Parteigetriebegeschwächt und verwirrt worden. Die Hauptursache der finanziellen Be-drängniß ist der fortwährende Anwachs des Beamtenheeres und dieUnehrlichkeit der Angestellten, welche schwer vermieden werden kann;denn da die Leute nicht hinlänglich und oft gar nicht bezahlt werden, sohalten sie sich zur Erhebung von Sportcln berechtigt und die Regierungsieht ihnen bei ihren Erpressungen fast immer durch die Finger. Selbst dieöffentliche Meinung brandmarkt keinen pflichtvergessenen Beamten; einMann, der sich auf Kosten des Staats bereichert hat, wird im Gegentheilgerade wegen der Quelle geachtet, aus der seine Schätze flössen. DenStaat bestehlen ist in Spanien kein Verbrechen, sondern ein Beweis vonGeschicklichkeit und Intelligenz. Rechnung wird nie ordentlich indenCor-tes abgelegt und in den Kanzleien herrscht solche Verwirrung, daß denjeni-gen Abgeordneten, welche sich über etwas näherinsormirenwollen, dieLustvergeht. Es geschieht oft, daß die Junten, die Generäle, die Officiere,wenn Unruhen ausgebrochen sind, sich der öffentlichen Caffen bemächtigenund damit fliehen. Nach ihrer Rückkehr zieht sie Niemand zur Rechen-schaft. Spanien hat viermal soviel Beamte, als es braucht; im Heere alleinfind hundertsechsunddreißig Generale und für sechzig Regimenter achthun-dert Obristen. Am traurigsten wirkt die Bestechlichkeit bei den Gerichten.Zwischen den Räubern und Richtern bestehen freundschaftliche Verhält-nisse , und daher kommt es, daß das flache Land von Banden wimmelt,die ungescheut die Provinzen durchziehen, die Dörfer brandschatzen, diePostwagen anhalten und die Reisenden plündern. Um sich vor ihnen zusichern, müssen die Eilwagenunternehmer, dieKaufleute u.A. m. förmlicheVerträge mit ihnen schließen. Dieselbe Anarchie und Bestechlichkeit kommtdem Schmuggel zu gute, der nirgends so im Schwünge ist, als in Spanien.Die traurige Lage des Volksunterrichts läßt für langehin keine Aende-rung dieser Zustände hoffen. Um Schulen anlegen zu können, muß Spa-nien erst Lehrer haben, an deren Bildung man seit 1834 denkt. 1843 gab