Band 
(1815 - 1854)
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Die Regentschaft Espartero's.

s3. Kap.

aus den Jahren 1851 und 1852, sowie den Bau einer Eisenbahn vonLissabon an die spanische Grenze, waren aber sehr betroffen, als der Finanz-minister mit einem Deficit von hundertachtzig Contos Reis herausrückte,deren Deckung er beantragte. Die Regierung suchte in London bei Baringu. Comp. vergebens um ein kleines Darlehen von sünfundvierzigtausendPsd. St. nach. Endlich erreichte fie in Paris ihren Zweck unter hartenBedingungen. Sie erhielt eine Anleihe von zwölf Millionen Francs zuachtzig mit sechs Procent Zinsen und in zwanzig Jahren rückzahlbar.

Am 15. November 1853 starb die Königin im Wochenbett. IhrGemahl führt die Regentschaft für seinen Sohn Dom Pedro V., welchererst 1855 großjährig wird. Dom Miguel, welcher sich 1851 mit einerdeutschen mediatisirten Prinzessin von Löwenstein-Werthheim verehlichteund im August 1852 eine Prinzessin von Braganza aus Schloß Heubacham Main taufen ließ, soll gesonnen sein, jetzt seine Ansprüche auf denportugiesischen Thron wieder geltend zu machen.

35. Spanien. Espartero, Herzog von Vittoria. DonRamon Maria Narvaez, Herzog von Valencia. DonJuan Prim, Graf von Reus.

Die Regentschaft Espartero's war ernstlich bemüht, die sittlichenund materiellen Zustände des Landes möglichst zu heben. DieRuhe befestigte sich im Innern durch Espartero's, des Siegesherzogs,maßvolle Behandlung politischer Gegner; Straßen und Canäle wurdengebaut, Schiffsahrt und Bergbau unterstützt, das Prohibitivspstem gemä-ßigt und der Schmuggelhandel unterdrückt. Die Zolllinien ließ Esparterovom Ebro an die französische Grenze verlegen und vernichtete somit diedurch den Vertrag von Bergara gewährleisteten Fueros der Basken;die einzige Ungerechtigkeit, welche er beging (21. November 1841), nnddie in den Arbeiter- und Fabrikanten > Ausständen von Barcelona ihreErklärung findet. Der Regent hatte drei Feinde zu bekämpfen: die Köni-gin Christine und die Moderados, die Ultraradicalen, welche befürchteten,daß Espartero sich selbst die Krone auf das Haupt setzen könne, undendlich die Geistlichkeit, welcher die Kirchengüter genommen und der Ge-halt aus Staatsmitteln gezahlt wurden. Der Papst hatte deshalb zweiAllocutionen (25. März 1841 und 22. Februar 1842) erlassen und inallen katholischen Kirchen des Erdkreises Gebete für die Wohlfahrt derbedrohten und unglücklichen spanischen Kirche erlassen. Auch Marie Chri-stine, welche es ungern trug, daß die Cortes fie von der Vormundschaftausgeschlossen, erließ am 19. Juli 1841 eine Protestation dagegen undbezeichnete den Schritt der Cortes als Usurpation. Die spanische Regie-rung wies dagegen auf das Testament Ferdinand's VII. und die Consti-