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Prim verurtheilt und begnadigt.
13. Kap.
de Ardoz (23. Juli 1843), wo Narvaez's Truppen mit denen Zurba-no's und Seoane's handgemein wurden, sprengte Narvaez vor die Frontund redete die Truppen an. Sofort ging die feindliche Armee mit Sackund Pack zu ihm über.
Nach der Vertreibung Espartero's suchten Narvaez und Prim dieDisciplin des Heeres wiederherzustellen und Spanien die ersehnte Ruhewiederzugeben. Zur Vollziehung dieser Aufgabe waren die Moderados ge-wiß am geeignetsten. Narvaez hielt es aber noch nicht an der Zeit, einmoderadistisches Ministerium einzusetzen. Er ließ zuerst die Progresfistensich abnutzen, um sie zu discreditiren. Jedes folgende Ministerium ging so-dann einen Schritt rückwärts. Auf den Radicalen Lopez folgte der reineDemokrat Olozaga, dann der von den Progrcsststen übergelaufene Mo-derado Gonzales Bravo, bis endlich Narvaez selbst ein rein ge-mäßigtes Ministerium bilden, und mit der von Gonzales Bravo zurückge-rufenen Maria Christine (22. März 1844) die Leitung der spanischenAngelegenheiten übernehmen konnte.
Narvaez entging dem Hasse der betrogenen Exaltados nicht. Am6. November 1843, Abends, als er in das Theater fuhr, wurde sieben-mal von verschiedenen Punkten derselben Straße auf ihn geschossen. SeinAdjutant erhielt einige schwere Wunden, er selbst blieb unverletzt. Auch inKatalonien, zuerst in der Stadt Reus, erklärten sich derGeneral Amett-l e r und der Oberst Martell gegen die Herrschaft der Moderados. Daübernahm es Prim, den republikanischen Aufstand niederzuschmettern, in-dem er den zaghaften Generalcapitain von Katalonien zwang, ihm Trup-pen zu geben, mit denen er binnen zwei Monaten die Republikaner zuPaaren trieb (November 1843 bis Januar 1844). Prim erhielt fürdiesen Dienst den Titel eines Grafen von Reus. Zu spät erkannte Prim,daß er den Moderados allein in die Hände gearbeitet habe und jetzt beiSeite geschoben werden sollte. Er trat darauf (1844) zur Oppositionüber und suchte seinen Meinungen mit gesetzlichen Mitteln den Sieg zuverschaffen. Narvaez erkannte die Gefährlichkeit dieses Nebenbuhlers, ließihn verhaften und wegen eines Mordanschlags gegen Narvaez, Concha undandere moderadistische Generale unter Anklage stellen. Die Zeugen warenjedoch so elende Subjecte, das Fundament der Klage so schwach, daß dasKriegsgericht ihn nur zu sechsjährigen Festuugsarrest verurtheilte. Die Kö-nigin Jsabella begnadigte Prim 1845 vollständig. Narvaez hatte Prim sMutter selbst ins Schloß geführt, damit sie für den Sohn um Gnade bit-ten könne. Die Regierung suchte an dem Verfolgten wieder gutzuma-chen, was sie verschuldet, und schickte Prim als Generalcapitain nachPor-torico, wo er die Neger in der gefährlichen Zeit von 1848 ruhig zu er-halten wußte. Aus Gesundheitsrücksichten nahm er 1849 seinen Abschied