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Das Ministerium Soult.
13. Kap.
liche Opposition und nur darauf bedacht, selbst aus Ruder zu gelangen undsich so lange als möglich daran zu erhalten, im Uebrigen aber den wahr-haften Interessen der Gesellschaft ebenso abgeneigt, als ihre Gegner.„Olo-loi, qus ss insiio", ist der Wahlspruch aller französischen Op-positionen. In diesem unfruchtbaren Parteiengezänk, in diesem Widerstre-ben zwischen Thiers und Guizot, hat sich das Interesse französischerStaatsverhandlungen erschöpft, hat die Verblendung zweier so ausgezeich-neter Geister, wie die Genannten, so zugenommen, dast sie das MurmelnderBäche, welche eine Mündung in den Hauptstrom des Staatslebens such-ten, selbst dann noch nicht hörten, als jene schon zu rauschenden Strömenangeschwollen waren. Guizot's Ministerium ist unter den Ueberscbwem-mungen der südlichen Flüsse, welche über hundert Dörfer und Städteverheerten, eingeweiht worden; eS ist abgetreten mit dem Beginn der Ver-heerungen, welche der trübe Strom der Revolution in Frankreich, Deutsch-land und Italien anrichtete.
Am 29. October 1840 bildete Soult ein Cabinet, in dem Gui-zot das Auswärtige, Graf Duchatel das Innere, Martin du Nord dieJustiz, der tüchtige Humann die Finanzen, Teste die öffentlichen Arbei-ten , Villemain den Unterricht und Cultus, Cunin-Gridaine den Handel,Admiral Duperrs die Marine erhielt. Guizot, die eigentliche Seele diesesCabinets, übernahm nach Soult's Austritt (1847) auch die Präsident-schaft des Conseils. Humann starb 1842, Martin du Nord 1847, Du-perrv 1846; Villemain wurde 1844 zeitweise wahnsinnig; Teste ver-tauschte das Ministerium mit einer Präsidentenstelle am Cassationshofe. Fürdiese Männer traten Lacavc-Laplagne, Dumon, Hebert und Admiral Mackau,später für Letzteren der Herzog von Montebello ein. Hatte sich 1839 die Koa-lition aller constitutionelleu Parteien (Guizot, Thiers, Odilon-Barrot) ge-gen den Vertreter der „persönlichen Politik", Graf Mole, gebildet, so mußderselbe Guizot noch mehr als Werkzeug jener Politik genannt werden,deren Pläne sich in den Worten: „Ruhe im Innern, Aussöhnung mitden Großmächten, und Ausbreitung des französischen Einflusses" zusam-menfassen lassen. Nach dem Rücktritt Thiers' erfuhr man in Frankreich,daß der König in den wichtigsten auswärtigen Angelegenheiten ohne Zu-ziehung seiner Minister gehandelt, von seinen Gesandten Mittheilungenempfangen, welche den Ministern nicht vorgelegt wurden, daß er, ohnediese zu unterrichten, seinen Agenten Jnstructionen ertheilt habe, die denvom Ministerrathe gegebenen und vom Könige osficiell gebilligten schnur-stracks widersprachen. Diese Doppelregierung des Hofes und des Mini-steriums, die sehr selten gute Früchte getragen hat, stellte Ludwig Philippden Angriffen einer rücksichtslose» Presse blos. Im Jahre 1841 erschie-nen in der legitimistischen „France" Briefe, welche der König angeblich an