3. Kap.j
Peel und Guizot.
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schiebt, wird sie die Civilisation zu Grund e richten undderMenschheitzumUnglück gereichen."
Wie ganz anders faßte Wellington, hauptsächlich aber Peel, seineZeit auf! Wohl kannten sie ebenfalls die Pflichten einer Regierung: un-aufhörlichen Neuerungen zu widerstehen und die gesellschaftlichen Institu-tionen zu erhalten, aber sie verstanden es auch, zu rechter Zeit nachzuge-ben, wo das Gemeinwohl durch einen verstockten Konservatismus bedrohtgewesen wäre; ja sie schreckten nicht vor einem Bruche mit ihren sonst»erfochtenen Ansichten zurück, standen mitten im Leben, und suchten imStillen sich über die Thatsachen zu informiren, die ihnen die Oppositionentgegenhielt. Wer die Reinheit der Absichten und des Charakters, werden Geist und die Talente, wer das einfache Leben Peel's und Guizot'sin Betracht zieht, der wird leicht manche Aehnlichkeiten entdecken. Undwie verschieden ist doch die bescheidene Zurückgezogenheit des ProfessorsGuizot in dem kleinen Hanse der versteckten und schmutzigen Straße Ville-l'Eveque, das er auch als Minister nicht verließ, in jenem Hause, wo erRuhe suchte von den Anstrengungen der Kammerdebatten, wo seine heilig-sten Erinnerungen fortlebten, wo er ein geliebtes Weib, einen einzigenSohn von ihm forttragen sah, und allein mit seiner vortrefflichen Schwe-ster und seinem Namen zurückblieb, der ganz Europa durchdrungen hat;— wie verschieden ist diese Zurückgezogenheit von jener Peel's, der sichauf sein Landgut begiebt, um mit Chemikern und Landwirthen die Hebungdes Ackerbaues zu berathen und selbst über die Lage der AckerbaubezirkeNachrichten zu sammeln. Peel löste die Fesseln, welche den Ackerbau unddie Industrie niederhielten und lenkte den Strom der Bewegung in einenCanal, wo er seine trüben Wasser absetzen und das gesellschaftliche Lebenbefruchten konnte, im Uebrigen ihm Freiheit lassend. Guizot hat das cen-tralifirte Beamtenthum, wie es sich durch die Revolution von 1789 bil-dete, aus dem Staate herausgehoben und diesen den Einzelnen als Beutepreisgegeben, statt daß die Einzelnen, unter dem Schutze des Staates,selbstthätig für ihr Wohl arbeiten sollten. Jene verkehrte Lehre, dieim Kommunismus ihre Spitze hat, daß der Staat um des EinzelnenWillen da sei, nur für dessen Bestes zu sorgen habe, sodaß der Einzelnealle seine Sorgen dem Staate aufbürdet, hat die organischen Bandeder Familien, der Innungen, der Gemeinden und Provinzen vollständiggelöst. Dieses Grundleiden des französischen Staats haben Guizotund Louis Philipp zu einer chronischen Krankheit gemacht und, wenn auchwider Willen, dem Materialismus und Egoismus, dem Hochmuth undDünkel auf der einen, dem Neide und Ehrgeiz auf der andern Seite, derHabsucht und Kriecherei aber überall Thüre und Thore geöffnet. Dieparlamentarische Opposition in Frankreich war, mit wenig Ausnahmen, allerhöheren Ideen baar, aller Aufopferung unfähig; sie war meist eine Person-