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Die Wahlreformbankette.
f3. Kap.
unter Anderm, „hat gegen 3000 Wähler, die Kollegien von Embrun,Bourganeus, St. Palais haben je 150, und gleichwohl wählt jedesdieser Kollegien einen Abgeordneten. Wenn man die meist und wenigstzahlreichen Kollegien gruppirt, findet man, daß zehn Abgeordnete gewähltwerden von 15,000 und zehn von 16,000 Wählern, zwanzig Depu-tirte von 3400 und wiederum zwanzig von 34,000 Wählern, hundertAbgeordnete von 27,000 Wählern und hundert von 91,000 Wählern,und wenn man dann die Gesammtheit der Wahlen betrachtet, so fassensich alle diese theilweisen Ungleichheiten in einer noch auffallenderen all-gemeinen Ungleichheit zusammen. Von 241,000 eingeschriebenen Wählernernennen 139,000, dies ist die Majorität, blos 177 Abgeordnete, wäh-rend 102,000 Wählende 282 Deputirte ernennen. Arithmetisch be-trachtet ist es also offenbar, daß die Kammer so wenig die Majoritätder Bevölkerung, als die Majorität des Reichthums und die Majoritätder Wahlbesähigungen vertritt. Dies ist kein Fehler der Kammer, son-dern des Gesetzes, dessen wenig vernünftige Combinationen auf dieses be-fremdliche Resultat führen."
Die Regierung sah dem Wachsen der Reformbewegung gleichgil-tig zu, da sie des Heeres und der Nationalgarde sicher zusein wähnte. An-statt die dynastische Opposition durch kleine Concessionen zu gewinnen,zwang sie dieselbe durch ihren Trotz zu jenem unnatürlichen Bunde, dervon Legitimsten, Liberalen, Radicalen und Republikanern zum Zweck derReform geschloffen wurde. Die Massen, in denen sich ein durch Hungers-noth verstärkter Haß gegen die besitzenden Classen, vom Epicier bis zumBanquier, kundgab, fielen aus Guizot's Berechnung, wie aus der derResormfreunde, ganz weg. Und sie waren es gerade, welche eine unerwar-tete Rolle spielten, und den rothen und blauen Republikanern in dieHände arbeiten mußten, während das Ministerium die leicht zu gewinnen-den Freunde noch in der zwölften Stunde von sich stieß. Die Bankette,eine Erfindung des Liberalismus von 1840, waren zur Modesache ge-worden, an denen sich Jeder, der nicht für reactionair oder servil gehal-ten werden wollte, betheiligen zu müssen glaubte. Man berechnet die Zahldieser Resormbankette auf einuudsiebzig. Die bedeutendsten wurden zu Di-jon, Chalons, Lille und im Chateau rouge in Paris gehalten (1847).Der König und die Regierung, fortgerissen durch den Ungestüm der mi-nisteriellen Mehrheit, nahmen die Sache ernster, als sie war. Als der Kö-nig am 28. December 1847 die Kammern eröffnete, sprach er von einer„Agitation, welche feindselige oder blinde Leidenschaft schürte",und verletzte damit den loyalen Liberalismus, welcher sich ungern mitWühlern und Demagogen zusammengestellt sah. Odilou Barrot, Duver-gier de Hauranne und Alton Shee traten nun nochmals für die Wahlre-sorm in die Schranken und bekämpften lebhaft das Verbot, welches der