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Graf Radetzky.
wahrte, errichtete Barrikaden und setzte sich in Vertheidigungszustand, umvom Könige Zugeständnisse zu erzwingen. Ferdinand II. gab in denHauptpunkten (Abschaffung der Pairskammer) nach, forderte aber Weg-räumung der Barrikaden. Daraus mochte die Bürgergarde nicht ein-gehen und es entspann sich am 15. Mai ein Kampf zwischen den Schwei-zern und der Nationalgarde, in welchem diese unterlag. Nach dem schnellerkauften Siege folgten die greuelvollen Tage des Lazzaroni-Terrorismus,welchem Neapel überliefert wurde. Eine königliche Proklamation vom24. Mai versprach die Aufrechthaltung der Verfassung. Wie berechnendFerdinand verfahren war, geht daraus hervor, daß er den aus demExil zurückgerufenen General Pepe mit 17,000 Mann Linie nachOberitalien gesendet hatte. Nach der Gegenrevolution vom 15. Mai riefer Pepe zurück und machte mit Oesterreich Friede. Pepe aber gehorchtenicht, sondern ging »ach Venedig; desto freudiger eilten die neapolitani-schen Regimenter der Heimat zu, um in Sicilien die Revolution zu be-kämpfen.
Die italienischen Kriege haben den Namen „Radetzky" in ganz Eu-ropa berühmt gemacht. Joseph Wenzel Gras Radetzky vonRadetz, ist in Trebnitz in Böhmen 1766 geboren, hat auf allen Schlacht-feldern der neuesten Zeit mitgekämpft und sich daselbst Ruhm und Ehrengeholt. Obwohl ein bejahrter Greis, zeigt der Feldmarschall doch eineungemeine Rührigkeit, Tapferkeit und Scharfblick im Gefecht und eineeiserne Zähigkeit, Positionen zu behaupten, an dessen Besitz sich das Schick-sal seiner Armee knüpfte. So stand er fest bei Verona, mochten auch dieSardinier und die Freischaaren aus Italien und Tyrol ihn bedrohen. Erbehauptete die Etschlinie, bis Weiden mit Verstärkungen herbeieilte.Die Soldaten lieben den „ Vater Radetzky," schwärmerisch und habendiese Liebe namentlich bei Custozza in glänzendem Lichte bethätigt. GrafRadetzky zur Seite standen zwei der ausgezeichnetsten Strategen der Neu-zeit, der Chef des Generalstabs Feldmarschalllieutenant Freiherr von Hcß(geboren 1788 in Wien) und der Feldmarschalllieutenant und General-adjutant Karl von Schönhals, der vertraute Freund des Feldherrn(geboren 1788 zu Braunsels). Man hat Heß den Kops, Schönhalsdie rechte Hand Radetzky's genannt. Wackere Heerführer, ein Melden,Wohlgemuth, d'ASpre, Liechtenstein u. a. m., führten die Plänedes Hauptquartiers ebenso gewandt als umsichtig aus. Die Italienerwaren dagegen mangelhaft geführt und bestanden größtentheils aus Frei-schaaren; daher ist es nicht zu verwundern, wenn die Oesterreicher, trotzihrer numerischen Schwäche, den mehr als doppelt überlegenen Italienerndie Spitze bieten konnten. Nachdem Radetzky seine Stellung in Veronagesichert und das schwer bedrohte Mantua durch Wohlgemuth entsetzthatte, gab er Melden den Befehl, S üdtyrol mit aller Kraft zu vertheidigen