Band 
(1815 - 1854)
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Sieg Rabetzky's bei Custozza.

I4> Kap.

Höhen Rivoli's, das er am 9. genommen, nieder und gerieth durch diebis an den Oglio gehenden Streiszüge des Feindes in solchen Schrecken,daß er die Städte Brescia und Cremona auffordern ließ, ihre Barrikadenin aller Eile wieder zu errichten. Desto freudiger vernahm er am 11.in Garda die Botschaft, daß die Lombardei sich ihm unterworfen unddieser Act feierlich in Mailand proclamirt worden sei. Radetzky bereitetesich unterdeß im Lager von Verona zu einem Hauptschlage vor und zog12,000 Mann vom Welden'schen Corps an sich. Nun brach er mit50,000 Mann gegen die gerühmten Schanzen von Roverbello, welcheKarl Albert erbaut hatte, in der Nacht des 22. Juli aus, erreichte die feind-liche Stellung des Morgens um 8 Uhr und nahm sie nach anderthalb-stündigem Gefecht. Die starken Positionen von Madonna del Moute,Sona und Sommacampagna fielen unter dem Sturm der DivisionWimpfen und des ersten Corps. Die Folge dieses Sieges war, daßRadetzky Herr der Mincioübergänge von Peschiera, Salionzo und Mon-zambano wurde; er hatte ferner die ausgedehnte Stellung Karl Albert'svon Rivoli bis an den Po durchbrochen, sich des Hügellandes bemächtigtund stand in einer sehr starken Flankenstellung gegen Roverbello undVillafranca, um dem König, wenn er sich Verona zu nahen wage, in denRücken zu fallen. Die Freude des Sieges wurde durch die Zcrsprengungder Brigade Simbschen, welche sich nach dem heißen Tage etwas zu starkdem Wein ergeben hatte, bei Sommacampagna und Santa Lucia getrübt.Die Sardinier entschlossen sich, diesen kleinen Vortheil weiter zu verfolgen.Am 25. griff Karl Albert mit 40,000 seiner auserlesensten Truppen,die Oesterreicher zwischen Custozza und Valeggio an. Die Sonnen-hitze war so stark, daß viele Soldaten in Folge des Sonnenstichs wahn-sinnig wurden und während des Marsches starben. Der Kampf dauertevon 10 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends und ist der heldenmüthigste,den die österreichische Armee in der neuesten Zeit gekämpft hat. Radetzkybehauptete nicht nur seine Stellung, sondern drängte auch, trotz tapfererGegenwehr, den Sardenkönig von seinen Höhen bis Goito. Der Rück-zug der Piemontesen glich einer Flucht; die Straße war mit Waffen undTornistern bedeckt. Der Verlust des Feindes war sehr bedeutend; aberauch die Oesterreicher hatten an 600 Todte verloren. Die ungünstigenGefechte von Goito und Volta (26. und 27. Juli) vollendeten die Zer-rüttung der piemontefischen Armee, welche bis Cremona verfolgt wurde.Der sardinische Obergeneral Bava sagte: „Nie habe ich eine solche Ent-würdigung gesehen; die Soldaten wollten Alles erdulden, selbst den Tod;nur schlagen wollten sie sich nicht." Das Vorrücken der österreichischenArmee glich einem Triumphmarsch; die ländliche Bevölkerung eilte herbei,die „Befreier" zu begrüßen; die feindlichen Nobilis verschwanden. Wie