4. Kap.j
Radetzky's Einzug in Mailand.
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die Piemontesen im Süden unaufhaltsam flohen, so ergriff auch die nörd-liche Armee unbezähmbare Furcht. Sie gab sogar die schönen Stellungenam Gardasee ohne Noth auf, und warf sich in aller Eile nach Peschiera.Am 4. August standen die Oesterreicher wenige Meilen von Mailand, woKarl Albert in Gefahr schwebte, als „Verräther" vom Volke ermordet zuwerden, weil er eine Kapitulation unterzeichnet hatte. Die MäßigungRadetzky's, welchem die Verhältnisse in Mailand berichtet wurden, retteteden König, der die Kapitulation zurückzunehmen gezwungen wurde. Am
6. verliefen steh die Hochwasser der Volkswuth; man wurde jetzt ebensofurchtsam, als kurz vorher kriegerisch, räumte die Barrikaden weg, ver-steckte die italienischen Kokarden und sah dem Einzug Radetzky's mitdumpfem, angsterfülltem Schweigen zu. An demselben Tage übernahmensardinische Bevollmächtigte die Regierung von Venedig, wurden aber am10. August wieder verjagt, als die Niederlage Karl Albert's bekanntwurde. Manin übernahm die Dictatur, und hielt sich bis 1849. Am
7. August wurde Modem, am 8. Bologna, wo man österreichische Off-nere, die zum Besuch gekommen waren, ermordet und einen Angriff aufdie Vorhut gemacht hatte, von Weiden besetzt. Karl Albert suchte underhielt am 9. August einen sechswöchentlicheu Waffenstillstand, den manaber bis zum Frühjahr 1849 stillschweigend verlängerte. Die FestungenPeschiera, Rocca d'Anfo und Oseppo wurden den Oesterreichern vertrags-mäßig übergeben, Modem, Parma, Piacenza und Venedig von Sardi-niern geräumt. In Venedig aber verweigerte Albini seinem Könige denGehorsam. Brescia ergab sich am 13. an d'Aspre, Bergamo am 14.an Schwarzenberg. Der piemoutesische General Garibaldi führte denKrieg auf eigene Hand fort, und beschimpfte den König durch ausgestreuteProklamationen, requirirte und beraubte Gemeindekassen und einzelneVornehme. Von den Oesterreichern verfolgt, begab er fich aus Tessin-sches Gebiet, wohin ihm alle übrigen lombardischen Flüchtlinge folgten.
Die Tage vom 22. Juli bis zum 6. August 1848 sind die schönstenin Radetzky's Leben. In allen Schlachten Sieger, verließ er seine un-nahbare Stellung von Verona, überschritt den Mincio und rückte im Sie-gerschritt vor das stolze Mailand, dessen Thore sich nach kurzer Gegenwehröffneten. Mit Genugthuung durfte Radetzky wohl die Blicke seines Kai-sers aus die vierzehn Tage richten, welche die Armee von Verona bis Mai-land gebraucht hatte. Kein Verbrechen, keine Grausamkeit befleckten dieseschöne Laufbahn. Die Feinde aushandelten die Verwundeten, die ihnenin die Hände fielen; die italienischen Kranken wurden mit Schonung be-handelt , denn die Soldaten sahen, daß ihr angebeteter Feldherr, ihr„Vater Radetzky," die Unglücklichen besuchte, sie tröstete und ihre Briefean Verwandte pünktlich besorgen ließ. Nach dem Einzüge von Mailand
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