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(1815 - 1854)
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Der österreichische Reichstag.

j4. Kap.

unter Block ebenfalls einen allgemeinen deutschen Congreß ab. Vonbeiden Congressen wurde jedoch die Nothwendigkeit der Associationen derkleineren Capitalien zur Errichtung von Gewerbehallen und gemeinsamenWerkstätten, wie das Bedürfniß anerkannt, die sociale Frage — bei derübrigens nicht blos der Gewerbestand, sondern auch der Ackerbau, dieFabriken, der Handel, kurz jeder Einzelne betheiligt ist — baldigst indie Hand zu nehmen, um die Gesellschaft vor dem Untergang durch dasProletariat zu schützen. Erwähnenswert!) ist außerdem noch der Congreßder Studenten auf der Wartburg (8. Juni), der akademischen Lehrerin Jena (21. September) und der folgenreiche Kirchentag in Mit-ten b er g (21—23.), auf welchem die innere Mission als Lebensberufund unerläßliche Pflicht der Kirche anerkannt und damit die sociale Frageauch auf das Gebiet der Kirche verpflanzt wurde.

49 . Der österreichische Reichstag bis zur WienerRevolution.

Die österreichischen Wahlen fielen in eine Zeit, wo der Staat durchdie slawischen und italienischen Ausstände, durch das Regiment der Aulaund die Bauernunruhen tief erschüttert war. In Wien wählte manMänner, welche dem höheren Verwaltungsfach oder der Wissenschaft an-gehörten; Prag sandte lauter Tschechen, Galizien meist Bauern, Tyrolmeist Beamte. Am 10. Juli fand in der Winterreitschule die erste vor-bereitende Sitzung des Reichstags unter Kudler's Vorsitz statt. Dieerste Gruppirung der Parteien zeichnete sich so, daß auf der äußerstenRechten nur einige Jesuiten und Stockaristokraten, im rechten Centrumunter Leitung des Grafen Franz Stadion, viele Slawen und die Ruthe-nen, im linken Centrum, unter PillerSdorf und Wessenberg, theils Schwarz-gelbe, theils Anhänger des Erzherzogs Johann sich sammelten; die Linke,unter Schwarzer und Löhner, umfaßte viele städtische Abgeordnete, diedeutschen Bauern und die gebildete Fraction der Galizier; die äußersteLinke wurde von den Literaten und Tschechen, unterKudlich und Wieland,eingenommen, welcher letztere Bestandtheil aber nach mannigfaltigenWandelungen auf der äußersten Rechten anlangte. Als Geschästssprachewurde stillschweigend die deutsche angenommen, obschon eine nicht unbe-deutende Anzahl der Deputirten nicht deutsch verstand und sich in denverschiedensten Zungen vernehmen ließ. Eine Uebersetzung der eingereich-ten Anträge und Beschlüsse in alle österreichischen Landessprachen wardaher unvermeidlich. Der Erzherzog Johann eröffnete am 22. Juli denReichstag mit einer Thronrede, worin er die Gleichberechtigung allerNationalitäten und den innigen Verband mit Deutschland in Aussichtstellte, vr. Schmitt empfing die Ehre, zum ersten Präsidenten, Dr. Stroh-