4. Kap.)
Stellung Oesterreichs und Preußens.
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Darauf forderte die Frankfurter Bundesversammlung von der kurhessischenRegierung (30.) die Wiederherstellung der landesherrlichen Autoritätendurch alle ihr zustehenden Mittel und behielt sich selbst die weiteren An-ordnungen zur Sicherung des gesetzlichen Zustandes in Kurhessen vor. Dadie kurhessische Regierung dies nach den mehrfachen Entlassungsgesuchender Osficiere nicht selbst im Stande war, wurde am 20. October einbayrisch-österreichisches Armeecorps unter dem Fürsten Thurn und Taxisan der Mainlinie aufgestellt, und rückte am 1. November in Hanau ein,wo es den Kriegszustaud im Namen des deutschen Bundes verkündigte(2. November). Die Kurheffen setzten ihre Hoffnungen auf die Preußen,welche sich am 2. November der Städte Fulda und Kassel bemächtigt hat-ten. Ihre Hoffnungen schlugen jedoch fehl. Als v. Radowitz (2. No-vember) im preußischen Miuisterrath die Mobilmachung des Heeres undder Landwehr bevorwortete, blieb er in der Minorität; worauf er mitLadenberg seine Entlassung forderte (3. November). Der Kurfürst pro-testirte nun gegen den Einmarsch preußischer Truppen (4.) und rief seinenGesandten von Berlin ab, während der Laudtagsausschuß gegen jedesEinschreiten des Bundes Verwahrung einlegte. Zum Schutz der Etappen-straße beschloß nun das preußische Ministerium die Mobilmachung (6. No-vember) und der Krieg schien eine Zeit lang unvermeidlich. Allein inBerlin überwog die Furcht vor Rußlands Drohungen und der Abscheu,sich mit der „Revolution" zu verbinden, weshalb dem General v. d. Grobendie widersprechendsten Befehle zugingen. Nach dem Vorposteugefecht vonBronzell (8. November) räumten die Preußen Fulda und zogen sich aufdie Etappenstraße nach Hersfeld zurück, verließen auch säst gleichzeitigHamburg (7. November) und Baden (29.).
Oesterreich stellte an Preußen das Ultimatum: „Aufgeben derUnion, freie Conserenzen und Anerkennung des Bundestags (9.)."Nachdem der preußische Bevollmächtigte in der Sitzung des Fürstcu-Col-legiums erklärt hatte (16.), daß die Unionsverfassuug nicht mehr aus-zuführen sei, wogegen sich die übrigen Unionsregierungen verwahrten,forderte Oesterreich außerdem noch die Räumung Kurheffens und dieMitwirkung Preußens bei der Pacifieation Holsteins, indem es mit derAbreise seines Gesandten Prokesch v. Osten drohte (23.). Indeß gelanges dem Minister v. Manteuffel, auf einer persönlichen Zusammenkunftmit dem Fürsten Schwarzenberg und dem russischen Gesandten BaronMeyendorff in Olmütz (28. und 29.) eine Verständigung herbeizuführen,worauf die preußische Kammer vertagt (4. Dec.), Manteuffel Minister-präsident und die Demobilisirung der Armee begonnen wurde (6. Decem-ber). Die Preußen gaben die Etappenstraße in Kurhessen frei (9.) unddas Fürsten-Collegium löste sich auf (11.). Die Union war zu Grabe