4. Kap.)
Reformen in Oesterreich.
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kirchenraths und den Stadtdirector Bürger öffentlich in den Bann (15.),und erklärte, die Verantwortlichkeit alles Dessen, was die Geistlichen inseinem Namen thäten, übernehmen zu wollen. Hundertfunfzig Geistlichehatten der weltlichen Gewalt den Gehorsam gekündigt und man konntenicht gegen Alle mit Strenge vorgehen, weil man beim katholischen Land-volk anzustoßen fürchtete. Der Erzbischos aber erwarb sich den Beifallseiner deutschen Kollegen und des Papstes, der öffentliche Gebete für diebedrängte Kirche Badens anstellen ließ. Ein geheimnißvolles Attentataus den Regenten, das sich aber neuerdings harmlos aufgeklärt hat, Gäh-rungen im Seekreise scheinen mit diesen Conflicten im Zusammenhange zustehen. Der Regent sandte den Grasen von Leiningen nach Rom, umeine Vereinbarung anzubahnen.
In Oesterreich ist am 13. April 1851 ein Reichsrath einge-führt worden und ein kaiserliches Patent vom 31. December 1851 setztedie Verfaffungsurkunde vom 4. März 1849 und die Grundrechte außerKraft, sicherte aber allen gesetzlich anerkannten Religionsgesellschaften Glau-bensfreiheit zu und bestimmte die Grundzüge für die organischen Einrich-tungen des Kaiserstaats, die im Juli 1854 durch landständische Verfas-sungen vollendet wurden. Zwölf Erziehungsanstalten für die Soldaten-kinder sorgten für tüchtige Subaltern-Officiere. Das Unterrichtswesenhebt fick> auf neuen liberalen Grundlagen empor. Im Heere lebt ein ge-waltiger Geist, welcher die widerstrebenden Elemente zusammenhält.Reichsrath und Minister find nur der Krone verantwortlich (20. August1851). Am 5. April 1852 starb der Ministerpräsident Fürst Schwar-zenberg; Graf Buvl v.Schauenstein übernahm das Ministerium des Aus-wärtigen und des Kaiserhauses, um in Schwarzenberg's Geist fortzuwir-ken. Der junge Kaiser scheint von der Liebe des Volkes getragen zu seinund Oesterreichs Aufgabe und Bedürfnisse zu kennen. Aus den Reisen,welche der Monarch durch alle Theile seines Landes machte, gab man ihmrührende Beweise der Anhänglichkeit, welche nach dem schändlichen Atten-tat des ungarischen Schneiders Johann Libenyi (18. Februar 1853)recht deutlich zu Tage kam. Dieser durch den Bürger Ettenreich und denGrafen O'Donnell vereitelte Mordversuch hielt das Werk der Reformuicht auf. Bereits am 2.März erschien ein neues kaiserliches Patent überdie Urbarial-Entschädigung und Grundentlastung in den Königreichen Un-garn, Kroatien und Slavonien, dem Banst und Serbien. Der Kaiser ver-mählte sich am 22. April 1854 mit der bayrischen Herzogin ElisabethAmalie Eugenie, erließ eine umfassende Amnestie und hob den Belage-rungszustand im lombardisch-venetianischen Königreiche auf. Von beson-derer Wichtigkeit war das große Manöver bei Olmütz im September 1853.Die Sendung des Grasen Leiningen nach Konstantinopel betreffs desKampfes der Montenegriner, die Vermählung der Erzherzogin Marie mit