Buch 
Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
JPEG-Download
 

Claſſ. XXV. Von Weyhern und Fiſch⸗Teichen. 319

Geſchlechts/ nemlich/ wie viel deroſelben ſollen zuſammengenommen werden.(4.) Die Zeit der Beſetzung an ſich ſelbſten.

() Die beſten Teiche werden mit Karpffen beſetzet/ welches beyHaußhaltungen und zum Verkauffen/ ſeinen ſonderbahren Nutzen hat/ in de-me dieſe Fiſche wol ſpeiſen/ und nach dem Gewicht verkauffet werden.

(2. Wie viel man Karpffen⸗Saamen in einem Teich außſeten koͤnneꝛ8g-, man wiſſen/ daß man der Sache nicht zu viel noch zu wenig thue.

ann:

8 man viel/ ſo haben ſie nicht Nahrung genug.etzt man wenig/ ſo hat man geringen Nutzen darvon.Auff ein Morgen⸗Feld ſetzt man entweder vier/ fuͤnf oder ſechs Schock/das ſeynd von 240. biß 360. Stuͤck Setzling.Man mimmt auch auff ein Morgen nur drey Schock Karpffen/ das ſeynd120. Stuͤck/ damit ſie nicht gedrang ſtehen. OderAuffein Morgen fuͤnff Schock/ ſeynd 300. Speiß⸗Fiſche.

(.) Betreffend den Unterſcheid der Fiſche/ ſo iſt zu wiſſen:

1. Daß man bey Setzung der Karpffen⸗Teiche gemeiniglich eine unge-rade Zahl nimmt: Nemuich/ zween Roͤgnern einen Milcher; Oder zu

drey/ vier/ fuͤnff/ ſechs Roͤgnern einen Milcher; Dann/ wann man hundertoder tauſend Roͤgner in einen Teich ſetzet/ und thut keinen Milcher darzu/ ſoſtreichen ſie nicht.2. Ein Seltzling von Karpffen/ ſolle zwiſchen Kopff und Schwantzeinegute Spanne langſeyn.3. Junge Kaͤrpfftein zu verſetzen/ ſolle man auſſerwaͤhlen/ wann der Saame. kle nen Kopff hat/ und die Augen ſein ein wenig herauß vor dem Kopffjegen.

4. Item/ die einen feinen dicken breiten Bauch haben.

5. Die Schuppen und Floß⸗Federn ſollen nicht gelb/ bleich/ oder Tod-ſendern ſein glaͤntzend und weißlicht/ und der Leib mehr breit/ dannngſeyn.

Nota. Wann ein Setz⸗Karpff einen groſſen Kopf hat/ und einen langen/ſchlancken/ ſchmahlen Bauch/ voller unzeitigen Rogen/ und bleicheFloß⸗Federn/ ſoiſt er nichts nutz/ und dienet nicht zur Beſetzung desTeiches/ ſondern kan verſpeiſet werden.

6. Wann die Teiche tieff/ und kein Roͤhrig haben/ muß man etliche Ge-hund Reiſſigt einpfaͤhlen/ daß die Karpffen daran abſtreichen koͤnnen. Dar-in ſetze man die Streich⸗Karpffen nur in kleine Teiche/ biß ſie geſtriechen

gben.

27. Wann