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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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322 Caſſ. XXV. Von Weyher n und Fiſch⸗Teichen.

ᷓ́-.3. Wann die Teiche alle; it voller Waſſer ſeynd/ ſo werden ſie vor der Zeitalt und unfruchtbar; Muß man ſie derowegen ablaſſen/ und alſo;wey oder dreyJa hr nach einander ohne Waſſer liegen laſſen.4. Das erſte Jahr nach dem Ablaſſen ,muß man den Teich wol duͤngenun d umackern/ und beſaͤen mit allerley Geſaͤme/ welches auch gerne an un-fr uchtbaren Orten zu wachſen pfleget: Als da iſt Hirſe/ Heidelkorn/ Wicken/F eig. Bohnen/ ꝛc. Das andere Jahr muß man es mit ſtarckem Geſaͤm beſaͤen/und das dritte Jahr mit Getraͤld. Hernach ſammlet man das Getraͤid ein/und laͤſſet den Teich wieder anlauffen/ und beſetzet denſelbigen.Nota. Die Teiche werden am allerfruchtbarſten/ wann man grauen Mohn16) darein ſaͤet/ und alſo umgeſchnitten darinnen ſtehen5. Die Teiche ſolle man auch ruhen laſſen/ wann ſie acht oder zehen Jahrvoller Waſſer geweſen/ nemlich/ wann man ſie vierzoder fuͤnffmal ausgefiſchethat/ als alle Jahr einmal/ alsdann laſſet man ſie ein Jahr außruhen/ und damitman ein⸗ als den andern Weg Nutzen von dem Land haben moͤge/ ſo ſaͤet man(nach obiger dehr/)darein/ was man haben will.In fleiſſiger Beſichtigung der Teiche/ und deroſelben zu Zugehoͤr/hat man gleichmaͤſſig in Acht zu nehmen. 3

1. Im Fruͤhling/ ob etwan die wilden Waſſer etwas an den Daͤm mnen/oder ſonſt an dem Teich zerriſſen haben?

1 1 Ob Fiſche durch das Zapffen⸗Loch oder Flut⸗Rinnen aus dem Teicheommen?

3. Ob der Dammvon Waſſer⸗Maͤuſen/ Schweinen/ oder anderm ſchaͤd-lichem Viehe verderbet?

Ob etwas von Holtzwerck an dem Schloͤgel/ Flutbett/ Rinnen/ unddergleichen/ noch gantz/ oder verdorben?5. Die verſtopffte Rinnen/ Teichel/ Roͤhren/ und dergleichen/ wieder zureinigen.

6. Daß man im Semmer den Ein⸗und Außlauff deß Waſſers in dieTeicht zumache/ damit die Karpffen ſtill undruhig ihre Waͤlde haben moͤgen:Dann/ nach dem Sprichwort heiſſet es:

1 In der Still und Ruh/Nimmt der Karpffe zu.

. Im Herbſt muß man das üͤbrige Waſſer ein wenig von den Teichen/jedoch nicht zu viel/ ablauffen laſſen/ damit der Reiff den Rand und Uſer einwenig erhebe.

8. Im Winter muß man ſleiſſig die zugefrorne Teiche eiſſen/ damitdie Fiſche unter dem Eyß im Waſſer Lufft bekommen/ und nicht erſticken/

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