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alsdann ein ſcharffes Meſſerlein oder Meißel an den Rand des Stammes/ſchlaͤgt daraußf/ daß derſelbige durch die Rinde ins Holtz hinein gehe; Ziehetihn alsdannherauß/ und thut hart darneben einen Gegenſchnitt/ daß der Kerbnurſo breit/ tieff und lang werde/ als das zugerichtete Pfropffreißlein erfordert/ſo bekommt der Stamm ein Anſehen/ wie die Figur g bey Num. III. anwei-
ſet.Nota. Hierzu dienet das Inſtrument E bey der Figur Odes Pfropff⸗Zeugs
zu erſehen.
I1. Die Waͤhlung des Pfropff⸗Reiſes beſtehet darinnen/ daß man/gleich wie in Erwaͤhlung eines ſtarcken Stammes/ zu dieſer Art des Pfropf-fens/ auch keine Zarte/ ſondern ſtarcke und hinter dem Jahrknott gebrochenesReiß erwaͤhlen ſolle.
Es ſolle aber beſagtes Pfropffreiß an deſſen Ende unten gleichwie derKerb formiret und zugerichtet werden/ damit ſelbiges in dem Kerb ſolcher Ge-ſtalt ſich ſchicken moͤge/ als ob es auß demſelbigen geſchnitten waͤre; zu mehrernNachricht hat man abermaln vorbenannte Figur III. zu ſehen.
III. Cerner anbelangend die Verſetzung des Pfropff⸗Beiſes/ ſo nimmtman voriges zugerichtes Pfropff⸗Reiß/ ſchiebt ſelbiges in den Kerb ſolcher Ge-ſtalt/ daß die aͤuſſerſte Rinde des Reißes/ auſſen mit der Rinde des Stammes12 H und alſo Rinde bey Rinde/ Holtz bey Holtz komme/ und ſichwe ylteſſe.
Nachdeme nun der Pfropff⸗Stamme dick/ ſo ſetzet man auff deſſelbenBlatte drey/ vier/ biß ſechs vorbeſagter Reiſer/ verbindet und verſtreicht ſelbigeobgelehrter maſſen/ ſo wird es ſich in kurtzer Zeit finden/ daß der Stamm ſtarcktreiben/ und die Reiſer bald Fruͤchte tragen werden.
Folget demnach in obgeſetzter Ordnung
IV. Das Pfropffen mit dem Aeuglein; Hat derowegen der emſigeMeyer hiervon nach folgendes in acht zu nehmen:
I. Den Namen und Unterſcheĩd gegen den vorigen Arten.
II. Die Waͤhlung des Staͤmmleins.
III. Die Zurichtung und Verſetzung des Aeugleins.
IV. Die Verbindung deſſelben.
V. Die Feit.
1. Was den Nahmen anbelanget/ ſo wird insgemein dieſe Art/ aͤug-len oder Oculirn genennet/ etliche nennens impffen mit dem Schiltlein/ an-dere aber/ verpflaſtern und ſchleiffen/ unter allen dieſen/ ſeynd nur die zwey/ er-ſte/ nemilch aͤuglen und Oculirn/ die gebraͤuchlichſte.
I. Das Staͤmmlein berreffend/ woran man aͤuglen will/ ſo ſolleman darzu einen ausſuchen/ der nur Fingers dick/ ſafftig/ an der Rinde fein
x xx ij glatt/