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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſf. XX

I. Von Gaͤrten.

tem Baumwachs/ und verbindet alsdann ſelbiges/ gleich wie oben bey demAeuglen geſagt worben/ laffet aber das Aug ledig und unverbunden.

Vl. Die Pfropffung durch Aeuglen. Dieſe Art iſt nicht allenthalbengebraͤuchlich/ auch nicht ſonderlich nutzlich/ well die ſo gepfropffte oder gepeltzteBaͤume nicht ſeht fruchtbar ſind/ ſondern dieſe Manier zu pfropffen nur Luſthalber erfunden worden; wann man nun dergleichen verrichten will/ hat manin acht zu nehmen.

1. Die Zeit der Pfropff⸗Staͤmme Verſetzung.2. Die Waͤhlung der Baͤume von denen man diePfropff-Reiſer nehmen will..3. Die Art und Weiſe der Zurichtung.4. Die Verwahrung oder Verbindung.Die Abſonderung.

1. Die Zeit betreffend/ ſo iſt dieſelbige zweyerley. Ent weder im Herbſtoder im Fruͤhling. Es wird aber dafuͤr gehalten/ daß man den Fruͤhling fuͤrden Herbſt erwaͤhlen ſolle/ indeme das Pfropff⸗Staͤmmlein/ ſo nicht gar zujung ſeyn ſolle/ ein Jahr vor der Pfropffung verſetzet erſtarckt und der Erdeneinwurtzeln moͤge. Ferner

2. Erwaͤhlet man einen fruchtbahren Baum/ und ſetzet ein Jahr lang

zuvor umb denſelben etliche Pfropff⸗Staͤmmlein/ nach Belieben/ ſo viel manwill/ daß dieſelbige ein oder zwey Schuh von einander zu ſtehen kommen/ ſol-cher Geſtalt/ daß man von dem gröſſern fruchtbahrn Baum geſchmeidigt Aeſtezu jedem Pfropff⸗Staͤmmlein biegenkoͤnne.3. Wann man nun vermercket/ daß die Pfropß⸗Staͤmmlein das Jahruͤber bekleibet und wol eingewurtzelt/ ſo erwaͤhlet man im Merzz an den krag-baren Baum einen Zweig/ bieget denſelbigen zu dem Baͤumlein oder Pfropff-Staͤmmlein/ und probieret es/ wie es ſich ſchicken moͤchte; nachdeme man nunerfehen/ wie es am beſten ſeyn koͤnne/ ſo ſaͤget man das Pfropff·Stammlein einwenig ſchrad ab/ wie ſolches in der Figur bey Num. VI. zu ſehen iſt/ undſpaltet den abgeſchnittenen Stamm/ leget alsdann den nieder gebogenen Zweigdes groſſen Baums vornen in den Spalt des Pfropff; Staͤmmleins/ alſo daßdie Rinden wol zuſammen ſchlieſſen/ auch die Spitze des Zweigs/ nach An-weiſungder Figur/ wol uͤber ſich ſtehe/ zuvor aber ſolle man an des Zweigs bey-den Seiten der Einlegung ein wenig von den Rinden/ biß ans Holtz/ hinwegſchneiden/ damit es ſich in dem Spalt mit der Rinde des Pfropff⸗Staͤmmleinsvereinigen moͤge.

4. Die Verwahrung betreffend/ ſo verbindet und verſtreichet mandieſe Pfropffung oder Abſaͤuglung/ wie bey obgelehrter Pfropffung geſche-hen/ hernach ſtecket man neben die Pftopff⸗Staͤmmlein Pfaͤhle wider dieSturm.