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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Claſſ. XXVI. Von Gaͤrten. 362

unter gerechnet werden/ als da ſeynd Aepffel/ Birn/ und dergleichen/ ſo wol alteals junge Baͤume.

(2) Die nuͤtzliche Baͤume/ vornemlich aber das Stein⸗Obſt/ wird vonetlichen im Fruͤhling ausgeſetzt/ verſtehe aber/ nachdem deß Landes Gelegenheitſolches leiden moͤge.

Daß aber der Herbſt zur Verſetzung der Baͤume am dienſtlichſten/ iſt dieUrſache/ weilen zur ſelbigen Zeit die natuͤrliche Feuchtigkeit und Krafft in denBaͤumen nunmahls aus dem obern Theil derſelben in den unterſten/ als in dieWurtzel/ ſich allgemach ſencke.

Hingegen wann man wilde und zahme Staͤmme im Fruͤhling verſetzet/ſo bekleiben ſie zwar wol/ jedoch ſparſam; dann ſie das erſte Jahr in ihren vol-ten Wachs nicht kommenkoͤnnen. Die Urſach iſt/ weil der Safft und natuͤr-liche Feuchte aus der Wurtzel in den Stamm ſchon uͤberſich geſtiegen/ ſo ver-moͤgen ſie ſich nicht kraͤfftiglich in die Erde einzuwurtzeln; dann ſie koͤnnen nichtbeydes verrichten/ nemlich, daß ſie oben und unten zugleich treiben ſollen.

Wannſie das erſte Jahr ausgeſtanden/ ſo wachſen ſie das andere deſtokraͤfftiger: wann vom vergangenen Herbſt ihr Safft wieder in ihre Wurtzeleingetretten iſt/ der treibt als dann im Fruͤhling/ mit ſeiner wieder Auffſteigungin 8 Staͤmme/ ſolche mit Erwachſung und Außſpeiſung mit Gewalt in die

he.

Nota. Es ſolle keine Verſetzung der Baͤume vor Mittag vorgenommenwerden/ ſondern allezeit nach Mittag gegen Abend. Darzu wannder Mond am Ende iſt. Dann auffdieſe Weiß werden ſtarcke/ ge-ſunde und wolwaͤhrende Baͤume. Auch wird dieſe Frucht waͤhrhaff-ter und weniger Wurmſtichicht.

Was im zunehmenden Mond geſetzet wird/ das waͤchſt zwar ſchleunigund groß/ aber es gibtnicht alte und daurhaffte Baͤume. Dann ſie bald faulundmodericht/ auch die Frucht Wurmſtichicht und wandelbar wird. Welchesalles die Erfahrung lehren wird.

Im Herbſt werden auch Baͤume/ 195. Tage vor der Sonnen Wende-ohngefehr den 11. deß Wintermonats/ verſetzet.

Im Fruͤhling ſollen die Baͤume um die Sonnen⸗Wende/ den 11. Mertz/verſetzet werden.

Wann man nothwendiger Weiſe im zunehmenden Liecht einen nuͤtzli-chen Baum im Jahr wegen eines neuen Baues/ ſo an deſſen Stelle kommenſolle/ ausheben und verſetzen/ ſelbigen nicht gerne verlieren wolte/ wie dann ingroſſen Staͤdten dergleichen offt zu geſchehen pfleget/ als ſolle man am Endedes Monds die neuen Schoſſe am Baum /und alsdann Fdhe

3 ½ heſtalt