Band 
Erster Band.
Seite
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Nichts desto weniger überzeugt, dafs Oestreichnicht so bald in der Verfassung seyn würde, mich be-unruhigen zu liönnen , widmete ich den ganzen Okto-ber den Beschäftigungen , welche Italiens innerer Zu-stand erheischte. Wormsers drohendes Hereinbrechenhatte die Hoffnungen des römischen Hofes wieder be-lebt, der nun nicht mehr daran dachte, die Bedingun-gen des Waffenstillstandes von Bologna zu erfüllen.Um sich ihn vom Halse zn schaffen, mufstc man un-terhandeln und drohen y beydes zur rechten Zeit. DerHerzog von Modena, Herkules 111., halte sich mit sei-nen Schätzen nach Venedig geflüchtet; dieser letzteSprosse des Hauses Este strafte in jeder Beziehungseinen Namen Lügen ; er war ein gutmiilhiger Fürst,ein Freund der Künste; allein schmutziger Geiz ver-dunkelte seine schwachen Eigenschalten. Sein Eidam,der Erzherzog Ferdinand, sollte in der Folge Erbeseiner Staaten werden; mehr brauchte es nicht, umihn in die Reihe unserer Feinde zu stellen. Die Re-gentschaft , die er für die Dauer seiner Abwesenheiteingesetzt hatte, war feindlich gegen uns gesinnt ; ichbeschloss, sie zu verjagen: Reggio’s Einwohnerschaftwar für uns; sie führte ihre Revolution selbst durch.In Modena, das wir ohne Widerstand besetzten und«ns dadurch einen mit guten Festungswerken umgebe-nen Platz verschafften, thaten es unsere Truppen.

Ich fühlte die Nothwendigkeit, eine neue Ordnungder Dinge in Italien zu schaffen. Meine grolsen Ab-sichten auf dieses Land waren noch nicht reif; docheiniges Vorgefühl davon hatte ich bereits. So grofseLust ich auch hatte, die Wiedergeburt dieser alter-thumliclien und stolzen Nation durch Vereinigung der-selben zu einem Ganzen zu veranstalten, eben so-wohl wufste ich, dafs nichts so schwer ist, als die