Interessen von zehn Staaten in einen einzigen zu ver-schmelzen. Schon die Frage über die Wahl der Haupt-stadt war hinreichend, um die Interessen und die Ge-müther zu entzweyen. Für den Augenblick wäre esmir genug gewesen , die Lombarden wieder ins Lebenzu rufen, um dadurch dem Hause Oeslreicli einen ausdem Alferthume herstammenden, italischen Ruhm ent-gegen zu stellen. Allein wie hätte ich mit Leuten, wieRewbel und Rarras, von Errichtung eines lombardischenKönigreichs oder auch nur Herzogthums sprechen kön-nen, ohne mich selbst auszusetzen? diese Herren woll-ten Alles repubülianisiren.
Ich entwarf die Grundlagen zu verschiedenen pro-visorischen Republiken, der Cisalpinischen, der Cis-padanischen und der Transpadanischen. Sie warendemokratisch, weil es unklug gewesen wäre, mit mei-nen Soldaten zu jener Zeit v on der Gründung von Ari-stokratien zu sprechen; jedoch gab ich mir alle mög-liche Mühe, dem Adel uiul der Geistlichkeit, welcheich dadurch gewinnen wollte, einigen Vorrang zu er-halten, und es gelang mir auch, wenigstens iheilweise.Bologna und Ferrara bildeten die kleine transpadani-sche'Republik; Modena und. Reggio waren in der cispa-danischen vereint. Es war uns von Vortheil, sie vorder Hand in dieser Art von Ablheilung zu belassen; denndie durch den Frieden nöthig gemachten Anordnungenund Abtretungen konnten uns dadurch erleichtert wer-den; ausserdem aljer gefiel auch dieser Zustand derDinge den beschränkten Ansichten der Plebejer jenerStädte. Wir halten zahlreiche Anhänger darin: Mai-land selbst gien g nach und nach in die Idee dieser Wie-dergeburt ein. Die Furcht, beym Frieden an Oestreichzurückzufallen, kühlte die Lombarden ab, und es warauch wirklich meine Absicht nicht, die Völker dieser