Band 
Erster Band.
Seite
166
JPEG-Download
 

i66

schütz wieder, das wir zur Zeit des Gefechts von Ca-stiglione im Stiche gelassen hatten, und weitere drey-hundertfünfzig Geschütze auf den Wallen sowohl, alsim Zeughause.

Wahrend ich mich mit Alvinzi herumschlug, hatteder römische Hof, durch die Aufhetzung meinerFeinde verführt, den im Juny geschlossenen Waffen-stillstand gebrochen, und machte ausserordentliche Rü-stungen , deren Leitung er dem General Colli, vomWiener-Kabinet ihm in dieser Absicht zugeschickt,anvertraute. Fr mufste dafür gestraft werden, sowohlzum Beyspiele für Andere, als um eines zwar nichtsehr gefährlichen, aber doch immer lästigen Feindeslos zu werden. Jch bildete eine Division, über wel-che ich dem General Victor den Befehl übertrug, unddie ich auf Imola gehen liefs, wo sie den 2- Februareintraf. Der Feldzug war weder lang, noch blutig.Ein viertausend Mann starkes Korps päpstlicher Trup-pen wollte den Senio vertheidigen; es wurde mit gros-sem Verluste zurückgeworfen. Den q. traf Victor inAncona ein, wo weitere dreyzehnhundert Mann dasGewehr streckten. Unsere Vorhut bemächtigte sichSan-Loretto’s und seines berühmten Schatzes. Denlg- rückten wir bis Tolentino vor. Der Schrecken warin Piom schon auf’s Höchste gestiegen.

Ich war nun der päpstlichen Staaten Meister; al-lein es lag nicht in meinen Absichten , die Macht desPapstes zu vernichten. Aufserdem war diefs auch beyder dermaligen Lage der Dinge nicht so leicht, alsman wohl denkt; wir hatten die Höfe von Madrid undNeaj>el, die sich seiner annahmen, zu schonen. Alleinauch ohne diese Berücksichtigung wäre es unklug ge-wesen , uns durch die Besatzungen, die wir in Romoder andern Städten hätten zurücklassen müssen, zu

v