Band 
Erster Band.
Seite
201
JPEG-Download
 

201

Einflufs auszuüben hoffte, zu erhalten, heschlofs ich,mich nicht an die Instruktionen des Ministeriums zuhalten, die zu Passeriano das nämliche Ergehnils her-heygeführt haben würden, wie ganz neulich zu Ryssel.Nach geschehener Beobachtung der herkömmlichen:Spiegeli'echtereyeu, und nachdem ich meine Ansprü-che in der Absicht gesteigert hatte, um desto leichterzum erwünschten Ziele zu gelangen, entschlofs ich michrasch, die Sache, ohne ausgedehntere Vollmachten ab-zuwarten, z,u Ende zu bringen.

Mehrere Ursachen trugen dazu bey, dafs ich die-sen EntsehJufs fafste. Obwohl die Armee von Italienin einem blühenden Zustande war, und eine gute Ope-rations-Basis irr Osoppo und Palma-Nova hatte, sowar die Jahrszeit doch schon zu weit vorgerückt, umden Feldzug nach Kärnthen eröffnen zu können; vonder andern Seite setzte ich alle Vortheile der Initia-tive auf’s Spiel, wenn ich dem Kaiser die Zeit liefs,seine Streitkräfte während des Winters neu zu organi-siren. Ueberdiefs brachte die Stellung der beyden Ar-meen grofses Gleichgewicht in die Wechselfälle. DieOestreicher waren nahe an dem Mittelpunkte ihrerMacht, hatten ihre Magazine und Depots in der Nähe,und brauchten nicht für ihre Flanken besorgt zu seyn,die von der einen Seite durch Kroatien und Ungarn,von der andern durch Tyrol gedeckt wurden, welcheLänder ganz kriegerisch gesinnt und auf das erste Zei-chen zur Unterstützung ihrer Operationen bereit wa-ren. Wir im Gegentheile hatten Alles für unsern Rü-cken zu befürchten , über welchen Neapel, das nur aufeine Gelegenheit lauerte, seinen Hals gegen uns zu be-friedigen, — Venedig, welches Nichts so sehr wünsch-te, als seiner verhafsten Nachbarschaft los zu werden,r— und der König von Sardinien, dem durch die so